Archiv der Kategorie: Wolle pflanzengefärbt

Offene Burg Altweilnau

Lange nichts gepostet… Schande über mich.

Aber ihr wisst ja, der Alltag und so… 🙂 Deswegen auch nur kurz 🙂

Ich habe mich sehr gefreut, am Wochenende bei der Offenen Burg Altweilnau mitwirken zu dürfen. Es war toll viele nette Menschen zu treffen und interessante Gespräche zu führen, während ich am Spinnrad und der Handspindel die Herstellung von Garn aus Wolle vorführen durfte. Ich hatte eine Menge von mir pflanzengefärbte Garne dabei und konnte so ebenfalls zeigen, wie bunt es „damals“ eigentlich zuging.

Hier ein paar Eindrücke.

Mein Stand auf dem Burggelände mit pflanzengefärbten Garnen, Spinnrad, Handspindeln, Wollkämmen und Handkarden:

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Und die beiden Zeitungsartikel aus dem Usinger Anzeiger und der Taunuszeitung:

http://www.taunus-zeitung.de/lokales/hochtaunus/usinger-land/Feuer-und-Flamme-beim-Fest-auf-der-Burg;art48706,1427157

http://www.usinger-anzeiger.de/lokales/weilrod/mittelalterliches-treiben_15473925.htm

Hier liegen auch schon wieder einige tolle Färbungen zum Reifen (das ist wichtig um die Farbechtheit zu garantieren), die demnächst in den Shop wandern.

 

Und selbstverständlich habe ich für nächstes Jahr bereits zugesagt. Also: Wochenende nach Pfingsten – Altweilnau – Offene Burg 🙂 Notieren ! 🙂

von Stulpen und Röcken…

Strickfieber. 😉 Na ja, schließlich muss man ja auch einiges von dem Garn, das man gesponnen und gefärbt hat verarbeiten. Muss man nicht – aber will man 🙂

Daher hier ein paar Impressionen und dann wieder an die Stricknadeln:

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Das da sind allesamt Lanesplitter (Röcke mit ebendiesem Namen) Nach dieser Anleitung: http://www.knitty.com/ISSUEff10/PATTlanesplitter.php

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Die Dinger machen wirklich süchtig. Daher auch schon einer fertig, einer in Arbeit und noch einer in Kleinmädchengröße – noch ohne Bund. Ok, da war schon einer dran, aber leider zu eng. Daher das ganze nochmal. Locker abketten heißt eben wirklich  l o c k e r  abketten 😉

Der blau-braune ist übrigens komplett aus Alfred und Kiara. Soll heißen braunes Milchschaf namens Kiara – selbst gewaschen, gezupft, kardiert, gesponnen und verstrickt zusammen mit Alfred – weißes Texel. Gleicher Arbeitsgang nur noch zusätzlich selbst mit Indigo gefärbt. Find ich ja richtig cool 🙂

 

Herbst…

Ja, nun ist wirklich richtig Herbst – die Aralie schmeißt ihre Blätter ab. Aber gruselig wird’s erst, wenn die Vögel gen Süden ziehen.

Aber gut, der Herbst bringt auch Dahlien und dann verwelkte Dahlien. Und die färben ganz wunderbare Gold-, Braun- und Grüntöne auf Wolle und Seide:

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Und Krapp habe ich auch mal wieder gefärbt – auf einem Merino-Seide Lacegarn:

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Und Spinnereien sind natürlich auch immer dabei:

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Besonders zu erwähnen das links oben liegende Garn… eine traumhafte Mischung aus Alpaka, Seide und Mohair. Ein Traaaaaum 🙂 Das waren mal diese Kammzüge:

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Und was auch noch nett ist im Herbst… Holz machen 🙂 Ich mag unsere Wippsäge 🙂

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Färbungen der letzten Tage

So, das Alkanna-Experiment mit dem Ölauszug ergab leider nicht den erhofften Erfolg. Es wurde nur ein mattes Altrosa, das aber immerhin sehr lichtecht zu sein scheint (ich hatte den Strang lieblos in der Sonne liegen lassen und er sieht noch aus wie vorher – meine ich zumindest, ohne einen Vergleichsstrang zu haben.

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Die Reste von der Krapp-Fermentationsfärbung habe ich ja mit dem Zwiebelschalen-Rest zusammengeschüttet und noch ein paar Tage stehen lassen. Das gab ein supergeiles Karotten-Orange:

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Das war meine „Kaltfärbung“ mit Zwiebel:

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…einen Teil „roh“ gelassen und den anderen Teil mit Indigo überfärbt.

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Dann hatte ich die Schalen doch nochmal gekocht und dann mit Eisenwasser zu Oliv weiterentwickelt:

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Es ist total cool, daß für diese vier verschiedenen Färbungen im Prinzip 400 g Zwiebelschalen die Grundlage waren. 🙂

In der letzten Woche habe ich mit Johanniskraut und mit Goldrute gefärbt. Beides für meine Schwiegermutter, weiterentwickelt mit Eisenwasser weil sie sich Olivgrün gewünscht hatte. Links Goldrute und rechts Johanniskraut. Wobei es das Foto eigentlich nicht so gut trifft. Ich war gerade nochmal schnell bei Schwiegermuttern oben mit den Worten „Gib mir mal kurz die Wolle, ich muss schnell ein Foto machen“ 😉 Beide sind eigentlich viel goldener und wärmer als es hier jetzt aussieht.

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Hier auch nochmal die Ausgangspflanzen, weil ich diese „Büsche“ so schön finde 🙂

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Der Rainfarn „gammelt“ gerade kleingehäckselt in ein bißchen Regenwasser in einer Oskartonne vor sich hin. Das tut er weil ich noch nicht dazukam, ihn zu verarbeiten. Ich werde einfach mal Garnstränge dazuschmeißen und schauen, was passiert 🙂

Vorhin habe ich nochmal wilde Möhre geholt. Die werde ich in den nächsten Tagen noch verarbeiten. Und dann war ich vorhin nochmal am See und habe nach dem Schilf geschaut. Aber da blüht noch nix. Ist hier aber auch alles etwas später dran.

Mehr demnächst an dieser Stelle 🙂

 

Färben mit Alkanna – Experiment mit Ölauszug

Ich habe ein wenig an Alkanna herumüberlegt. Bei Dorothea Fischer steht, daß der _rote_ Farbstoff öl-löslich ist. Ich würde gern mal versuchen, das Rot auf die Fasern zu bekommen.

Daher habe ich 3 Gläser angesetzt: jeweils 2 Esslöffel Alkanna. Und dann von links nach rechts:

  • Sonnenblumenöl,
  • Sonnenblumenöl plus einen Esslöffel Geschirrspülmittel,
  • Milch 3,5% Fett.

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Das Foto ist ca. 10 Minuten nach dem Ansetzen gemacht. Ich habe die Gläser nun mal an einen potentiell sonnigen Platz gestellt.
Ich dachte mir, man könnte dann die Wurzelteile abseihen und dem Öl einen Emulgator zugeben. Beim Spüli-Öl Gemisch ist er ja schon drin und bei der Milch im Prinzip auch. Und das Fett müßte man dann wiederum mit Spüli oder auch Soda wieder aus der Wolle / dem Stoff bekommen. So der Plan, mal sehen ob das klappt.

Hellblau, gelb, rostrot, grün und ein Unfall :-)

Hier auch mal wieder ein paar Sachen von mir 🙂 Ich komme ja momentan nicht so wirklich an die Indigoküpe, die ich aber mittlerweile gut im Griff habe. Ich hatte sie nochmal vergrößert und in einen 25 Liter Eimer umgefüllt. Sie war ja anfangs zu stark geraten und jetzt passt es. Nun, heute habe ich mal wieder blau gemacht. Scheint irgendwie nur Sonntags zu klappen…

Ich habe den zweiten Zug einer Zwiebelschalenfärbung überfärbt und noch ein paar Stränge hellblau:

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Das gelbe ist der erste Zug einer Zwiebelschalenfärbung. Und das rostrote ist das Ergebnis der Fermentationsfärbung mit Krapp (plus ein Rest Faulbaumrinde und Sandelholz). Das ganze Stand zusammen mit Weizenkleie um die Bakterien zu füttern für knapp 4 Wochen in der Sonne und wurde einmal am Tag durchgerührt.

Das hellblau ist auf gebeizter Wolle entstanden. Ich dachte ich hätte noch Vorrat, was dann aber doch nicht so war. Und dann habe ich Stränge aus der Kaltbeize genommen, gespült nochmal in klarem Wasser ziehen lassen und dann ab in die Küpe. Und ich finde, daß der Ton anders wurde als ohne die Beize. Selbe Wolle vorletzte Woche einfach nur gewaschen und in Wasser eingelegt. Interesant. Da muss ich mal schauen, ob sich das reproduzieren lässt. Ich finde, daß das blau wärmer und weniger graustichig hervorkam als auf derselben Wolle ohne Beize…

Die Zwiebel-Indigo- Wolle ist etwas fleckig, da ich die Zwiebelfärbung in Kontaktfärbung gemacht habe. Ich mag Kontaktfärbungen und langsame Färbungen: Färbematerial und Garn in einen Eimer und warten. Ich schwenke gerade vom Auskochen auf die langsame Art und finde das spannend und sanfter für die Wolle und zudem ökologischer.

Und dann gab es noch ein paar Spinnereien:

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Links dreifach gezwirnt aus einem dickeren Faden braunes Milchschaf und zwei dünnen Fäden Kerry Hill. Beides aus Deutschland und im Vlies direkt vom Schaf zu mir gekommen. Gewaschen, kardiert und gesponnen von mir 🙂 Ich nähere mich dem „vom Schaf zum Pulli“ ganz gewaltig 🙂

Daneben mal zum Testen ein Space Kammzug Merinowolle (das sind ganz dünne Kammzüge, die man recht schnell durchs Spinnrad jagen kann. Und daneben mal ein 4-fach Zwirn aus Kerry Hill zum Testen.

Und dann hatte ich mit dem armen Kerry Hill auch noch einen kleinen Unfall:

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Das ist das Ergebnis von: Letztes Fadenstück beim Spinnen einfach auf die Spule flutschen lassen und dann nicht mehr wiederfinden. Beim besten Willen nicht. Der beste aller Ehemänner hat es auch versucht und nicht gefunden. Somit musste ich leider die Schere nehmen. Aber das wird nicht weggeworfen. Es wären super Puppenhaare oder die Füllung einer Wulsthaube oder mal filzen… mal sehen 🙂 Kommt in die „wird noch was draus – Kiste 🙂 )

 

Heute habe ich Blau gemacht :-)

Indigofärbung die erste 🙂

Ich habe vorgestern eine Fermentationsküpe in einem Futtereimer angesetzt. Mit Krapp, Weizenkleie, Soda und 30g Indigo. Ich habe dafür Regenwasser genommen, daher denke ich, daß da eigentlich schon ein paar nette Bakterien drin sein müssten. Aber bisher fermentiert da nix. Aber ist ja erst 2 Tage alt. Dafür blubbert der Nachbartopf mit Krapp, Sandelholz und Faulbaumrinde schon fröhlich vor sich hin. Da nimmt sich die Küpe dann hoffentlich ein Beispiel dran.

Und dann habe ich heute mit den Indigokristallen und Soda eine Hydrosulfit Küpe angesetzt. Hey, das war ja cool. Ruck zuck war die Blume und der metallische Schimmer drauf. Dann hab ich noch ein bißchen im Garten rumgewurschtelt und dann losgefärbt.

Dafür genommen habe ich verschiedene Garne, jeweils 2 Stränge:

  • 4-fach Sockenwolle mit Polytierchen (25%)
  • 6-fach Sockenwolle aus reiner Schurwolle
  • 4-fach Schurwolle 300m LL
  • 4-fach Schurwolle 200m LL
  • 4-fach Schurwolle 200m LL aus einer zu hell geratenen Kamillenfärbung, einer davon mit Eisenwasser weiterentwickelt
  • 1 Strang selbst gesponnene naturfarbene Texel
  • 1 Strang selbstgesponnene Texel aus der Faulbaumrinden-Färbung (kräftig senfgelb-ocker) da habe ich leider jetzt kein Vorher-Foto gemacht

Stoffe:

  • naturbraunes Leinen
  • Barchent (Kett-/Schussfaden Leinen bzw. Baumwolle)
  • mercerisierte Baumwolle, relativ dünn
  • Stofftaschentücher aus Baumwolle

Die Hände wurden bei mir Handschuhverweigerer auch schön blau, aber beim zweiten Tauchgang hab ich dann doch Handschuhe hergenommen, war doch schon sehr, sehr blau 🙂

Die Küpe ist mit ca. 12 bis 13 Liter Wasser angesetzt (der Topf hat 15 Liter Fassungsvermögen). Allerdings jetzt mit den ganzen 37g Indigokristallen, die im Tütchen waren. Ich muss sagen, daß ich das eigentlich noch aufteilen wollte, aber dann war ich kurz abgelenkt und schwups waren die ganzen Kristalle im Becher. Na ja, war wohl ein bißchen viel glaube ich. Jedenfalls war der erste Tauchgang schon sehr dunkelblau.

Ich habe den ersten Tauchgang gemacht, dann gespült und dann waren wir erstmal 2 Stunden auf dem Spielplatz. Ich denke da war dann alles gut durchoxidiert. Ich habe dann nochmal gespült, weil alles schon ziemlich trocken war.

Der zweite Tauchgang hat dann aber fast nichts an der Farbe geändert, finde ich. Vermutlich weil beim ersten schon sehr viel Indigo drin war ?

Das eine Taschentuch habe ich geknotet. Das sieht ganz witzig aus. Und das andere am Ende, habe ich gedreht und zusammengelegt wie einen Strang Wolle. Das gab ein schönes Wellenmuster. Das Tuch war jetzt auch nur einmal drin ganz am Ende. Es ist schon sehr hellblau.

Das war eine sehr spannende Sache 🙂 Nun trocknen alle Stränge und Stoffstücke nachdem ich sie nochmal mit einem Schuss Essig im Wasser durchgespült habe. Und dann werde ich sie nochmal mit Wollwaschmittel durchwaschen und gründlich spülen und dann mal auf Licht- und Reibechtheit testen.

Ach so: Die Sockenwolle mit dem Polyesteranteil ist interessanterweise am dunkelsten geworden. Diese Wolle nimmt aber auch andere Farben sehr gut auf, also Säurefarben und Pflanzenfarben. Die 6-fach Wolle ist eher graublau geworden, den Farbton mag ich gern. Die hellen Kamillenfärbungen konnte ich nachher kaum noch auseinanderhalten. Der grüne Strang unterscheidet sich kaum vom gelben. Und insgesamt ist es hmmm… taubenblau würde ich sagen. Schön finde ich die Überfärbung der kräftigen Faulbaumrinden-Färbung. Das ist ein schönes warmes moosgrün. Da kommt die Farbe auf dem Foto mit den Wollhäufchen am besten hin. Auf den anderen Bildern ist die Farbe verfälscht. Die Flecken auf den Stoffstücken sind nass. Die Färbung an sich ist relativ gleichmäßig geworden. Wobei die Teile die mit dem Schaum auf der Küpe in Berührung kamen ein wenig fleckig sind. Und das Tuch, was ich geknotet hatte, hat ein paar einzelne blaue Punkte. Woher die kommen ist mir nicht ganz klar. Insgesamt hat sich die Farbaufnahme bei den Wollsträngen genauso gestaltet wie bei den Säurefarben und Pflanzenfarben. Die 300m Lauflänge Schurwolle wird immer eher etwas matter. Die Poly-SoWo kommt immer recht leuchtend raus und die 6-fach SoWo ist etwas dazwischen vom Farbton  der Farbaufnahme.

Im Nachhinein betrachtet hätte ich eigentlich drei Stränge je Garnsorte nehmen müssen um den einen nur einmal zu tauchen. Da fehlt mir jetzt der direkte Vergleich zwischen erstem und zweitem Zug. Zwei sind es deswegen, weil ich dann einen jeweils mal für nen Tag in die pralle Sonne legen will und dann mit dem anderen vergleichen. Das mache ich bei den anderen Pflanzenfärbungen immer (wenn ich eine Pflanze das erste Mal nutze) und das ist manchmal ganz überraschend.

Ergebnisse…

Ich habe mein Päckchen geöffnet. Nämlich dieses hier: http://birgit-klingelhoefer.de/wordpress/auf-den-spuren-von-india-flint/

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Nach reichlich 2 Wochen hat mich die Neugier gepackt wie die Färbung (meine erste dieser Art) geworden ist.

Fazit:

  • Es gefällt mir nicht wirklich. Aber das war klar. 🙂
  • Die Mitte ist am schönsten geworden. Nämlich der Teil, der beim Päckchen außen war und durch den Draht abgebunden war und mit dem Krapp direkt in Berührung kam. Denn da kam durch den einsetzenden Fermentationsprozess (es begann auf gut Deutsch zu gammeln) noch einiges an Farbe heraus.
  • Ich sollte zielgerichteter arbeiten. Einfach mal was draufschmeißen hat im Endeffekt zu recht undefinierten Flecken geführt.
  • Die Farnwedel sieht man kaum, wohl nicht fest genug abgebunden insgesamt
  • Alkanna macht lustige lila-graue Punkte wenn kein Alkohol im Spiel ist (also nicht bei der Färberin *hicks*, sondern beim Herauslösen des lila Farbstoffes aus der Alkannawurzel.)Aber das ist ein netter Effekt, den man so durchaus schön nutzen kann, finde ich. Und hätte ich noch ein Stückchen gewartet, hätte ich durch die Gärung der Krappwurzel vermutlich dann doch Alkohol in der Mini-Flotte gehabt.

Und nun ?

  • Nochmal drüber färben ?
  • Vermutlich ja. 🙂
  • Ich gelobe sorgsam abzubinden und einen Plan zu machen was wo hinsoll.
  • Geordnetes kreatives Durcheinander. 🙂
  • Und ich werde es diesmal anders wickeln. Ich denke in einer Art Fächerfaltung, damit kein Teil des Stoffes komplett innen liegt. Oder besser färbende Pflanzen einbinden und länger stehen lassen.
  • Oder diesmal gar nicht stehen lassen, sondern „nur“ kochen. Die Solarfärberei nervt mich nämlich eigentlich. Das ist nichts für mich überaus „geduldigen“ Menschen 🙂

Stay tuned 🙂

Und das andere Ergebinis, bzw. die Weiterführung meiner Wollwasch-Aktion. Mittlerweile bekam ich noch die Info nachgereicht, daß es sich um Rhönschaf handelt.

Ich habe mal testweise mein gekämmtes Rhönschaf-Fluffi-Zeugs mit ein wenig Seide auf dem Bending Board zusammenkardiert und Rolags draus gemacht. Und mal testweise mit der Handspindel angesponnen. Das ist eigentlich ganz nett. Das Rhönschaf ist etwas derber aber nicht extrem kratzig und schön griffig. Und die Seide macht das ganze Konstrukt dann doch recht weich. Damit kann man weiterarbeiten 🙂

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Lagerfeuer Exzesse :-)

Wir haben eine Feuerstelle angelegt und wir lieben sie 🙂 Natürlich wird da gegrillt aber vorher und hinterher auch Wolle gefärbt. Das ist eine tolle Möglichkeit größere Mengen an Färbegut zu verarbeiten, weil eine Herdplatte eben nur eine Herdplatte ist und die mit einem 25 Liter Topf obendrauf ziemlich ineffizient wird.

Aber natürlich gibt’s auch hier die Bilderflut: 🙂

Auf den Spuren von India Flint

Gleich vorweg: India Flint ist ein großer Name. Diese Frau ist eine Textilkünstlerin. Das was ich hier gerade mache ist: Ich probiere mal ob das geht, wie das geht und überhaupt. Ich mag keine Rezepte und Anleitungen und bin ein Fan von „mal probieren“. Diese Art der Färbung ist angelehnt an Shibori, eine japanische Art Stoffe zu färben. Wenn man das mal googelt, bekommt man den Mund fast nicht mehr zu, was für tolle Sachen da herauskommen.

Also fangen wir mal an und nehmen wir einen Stoffrest. Wollstoff von Naturtuche.de – und zwar die leichte naturfarbene Wolle in Leinwandbindung. Davon hatte ich mal 10 Meter und es ist das Futter meiner spätmittelalterlichen Schaube und einige Tücher für die Haubenkonstruktion geworden. Nachzulesen u.a. hier. Übrig geblieben ist nun unter anderem dieses lange schmale Stück auf das ich jetzt einfach mal allerlei färbendes Pflanzenzeugs werfe. Vorher habe ich es gründlich gewaschen, gespült und mit Essigsaurer Tonerde gebeizt.

20140531_211314Wir haben da Wurmfarn und Brombeerblätter, beides gelb/grün färbend. Und dazu habe ich noch ein paar Hand voll Kaffee, Alkanna und Henna geworfen.

 

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Das ganze habe ich auf der Hälfte der Stoffbahn verteilt und dann den anderen Teil darübergeklappt. Dann das ganze zu einer schmalen Rolle gefaltet und wiederum zweimal nach innen zu einem netten kompakten Gebilde, was ich mit Draht fixiert habe. Besser wäre Kupferdraht gewesen, Aber da ich gerade keinen dahabe, muss jetzt eben der schnöde kunststoff-ummantelte Pflanzen-Bindedraht herhalten.

20140531_211458 20140531_211710Das ganze habe ich dann in einem Topf mit den Resten der letzten Krappfärbung, in die ich wiederum die restliche Flotte der Frauenmantel-Färbung geschüttet habe, versenkt. Hier kommt nix um 🙂 (übrigens auch der Tisch nicht, der tatsächlich recht siffig aussieht 😉 Das war vor vielen Jahren mal ein Gartentisch. Nun hat er über 15 Jahre auf dem Buckel und ist jetzt ein Pflanzen-umtopf-rummatsch-dreckige Sachen-mach-Tisch. Er findet das gut und darf deswegen bleiben 😉 )

Durch die Krapp-Frauenmantel-Brühe dürfte der Stoff einen leicht gelblich-rosafarbenen Ton annehmen (das ist quasi dann der dritte Farbzug) und was mit dem Rest passiert schauen wir mal. Das ganze darf jetzt mal für ein paar Wochen auf der Sonnenseite des Hauses vor sich hingammeln. India Flint arbeitet viel mit Eisensulfat, wobei ich mich jetzt nicht getraut habe, mein Päckchen über längere Zeit in Eisenwasser liegen zu lassen. Eisen macht die Wolle nämlich ganz spröde, wenn es zu viel ist. Daher muss ich doch erst nochmal nachlesen, welche Konzentration bei so einer langen Einwirkzeit ok ist. Evtl. bade ich den Stoff am Ende der „Einwirkzeit“ nochmal in Eisenwasser.

Beim Öffnen meines Überraschungspäckchens mache ich dann natürlich auch Bilder und stelle sie hier ein.