Archiv der Kategorie: Wolle färben

Auf den Spuren von India Flint

Gleich vorweg: India Flint ist ein großer Name. Diese Frau ist eine Textilkünstlerin. Das was ich hier gerade mache ist: Ich probiere mal ob das geht, wie das geht und überhaupt. Ich mag keine Rezepte und Anleitungen und bin ein Fan von „mal probieren“. Diese Art der Färbung ist angelehnt an Shibori, eine japanische Art Stoffe zu färben. Wenn man das mal googelt, bekommt man den Mund fast nicht mehr zu, was für tolle Sachen da herauskommen.

Also fangen wir mal an und nehmen wir einen Stoffrest. Wollstoff von Naturtuche.de – und zwar die leichte naturfarbene Wolle in Leinwandbindung. Davon hatte ich mal 10 Meter und es ist das Futter meiner spätmittelalterlichen Schaube und einige Tücher für die Haubenkonstruktion geworden. Nachzulesen u.a. hier. Übrig geblieben ist nun unter anderem dieses lange schmale Stück auf das ich jetzt einfach mal allerlei färbendes Pflanzenzeugs werfe. Vorher habe ich es gründlich gewaschen, gespült und mit Essigsaurer Tonerde gebeizt.

20140531_211314Wir haben da Wurmfarn und Brombeerblätter, beides gelb/grün färbend. Und dazu habe ich noch ein paar Hand voll Kaffee, Alkanna und Henna geworfen.

 

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Das ganze habe ich auf der Hälfte der Stoffbahn verteilt und dann den anderen Teil darübergeklappt. Dann das ganze zu einer schmalen Rolle gefaltet und wiederum zweimal nach innen zu einem netten kompakten Gebilde, was ich mit Draht fixiert habe. Besser wäre Kupferdraht gewesen, Aber da ich gerade keinen dahabe, muss jetzt eben der schnöde kunststoff-ummantelte Pflanzen-Bindedraht herhalten.

20140531_211458 20140531_211710Das ganze habe ich dann in einem Topf mit den Resten der letzten Krappfärbung, in die ich wiederum die restliche Flotte der Frauenmantel-Färbung geschüttet habe, versenkt. Hier kommt nix um 🙂 (übrigens auch der Tisch nicht, der tatsächlich recht siffig aussieht 😉 Das war vor vielen Jahren mal ein Gartentisch. Nun hat er über 15 Jahre auf dem Buckel und ist jetzt ein Pflanzen-umtopf-rummatsch-dreckige Sachen-mach-Tisch. Er findet das gut und darf deswegen bleiben 😉 )

Durch die Krapp-Frauenmantel-Brühe dürfte der Stoff einen leicht gelblich-rosafarbenen Ton annehmen (das ist quasi dann der dritte Farbzug) und was mit dem Rest passiert schauen wir mal. Das ganze darf jetzt mal für ein paar Wochen auf der Sonnenseite des Hauses vor sich hingammeln. India Flint arbeitet viel mit Eisensulfat, wobei ich mich jetzt nicht getraut habe, mein Päckchen über längere Zeit in Eisenwasser liegen zu lassen. Eisen macht die Wolle nämlich ganz spröde, wenn es zu viel ist. Daher muss ich doch erst nochmal nachlesen, welche Konzentration bei so einer langen Einwirkzeit ok ist. Evtl. bade ich den Stoff am Ende der „Einwirkzeit“ nochmal in Eisenwasser.

Beim Öffnen meines Überraschungspäckchens mache ich dann natürlich auch Bilder und stelle sie hier ein.

 

Wiesenkerbel, Blauholz, Löwenzahn und Säurefarben…

… einträchtig vereint heute in den Shop eingestellt 🙂

Mal schnell ein paar Bilder, weil sie so hübsch sind 🙂

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Alle hier im Shop zu finden: http://www.blumenkinder.eu/shop/Strickgarne-und-Spinnfasern/Garn:::237_224.html

Löwenzahnfärbung – Foto :-)

Hier ein Foto von den Wollsträngen aus der Löwenzahnfärbung von vorgestern:

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Allerdings noch nicht endgültig gespült. Das wird in den nächsten Tagen mit frischem Regenwasser nachgeholt.

Die Färbung erfolgte in zwei Zügen.

1. Zug: (links) Sockenwolle 75/25 420m LL und 2 Stränge Perlgezwirnte Schurwolle 4-fädig 200m LL

2. Zug: je 2 Stränge Schurwolle 300m LL und 200m LL

Farbenrausch

Jetzt muss ich doch mal dieses Bild zeigen:

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Ist das nicht schöööön !? Das ist fast ein Regenbogen (ok, blau fehlt, das kommt noch 🙂 ) und komplett von mir mit Naturfarben gefärbt. Pflanzenfarben kann ich hierzu nicht sagen, denn das pink und rosa ist mit Cochenille-Läusen gefärbt. Diese bekam ich getrocknet und ganz geliefert und mein lieber Mann hat sie mir gemörsert. Denn ich muss schon sagen, daß ich vor den doch noch recht erkennbar vorhandenen Läusen so meine Skrupel hatte. Aber es hat sich wirklich gelohnt diese Färbung auf Wolle durchzuführen. Leider hatte ich keine Seide mehr übrig, sodaß die Seide dann beim nächsten Mal ran muss.

Gestern habe ich noch Wiesenkerbel gesammelt und weiche ihn gerade in Regenwasser ein, um ihn dann zu kochen und eine Färbeflotte daraus zu erhalten:

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Die Löwenzahnfärbung habe ich gestern auch abgeschlossen. Hier das Sammelgut:

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Und die Wolle zeige ich später, da habe ich noch kein Foto gemacht. Es ist ein schönes warmes grün. Ich habe die kompletten gelb gefärbten Wollgarne mit Eisensulfat weiterentwickelt, da ich irgendwie zu wenig von diesem schönen Grün habe im Moment. Fotos folgen 🙂

 

 

 

Orleanssaat / Annatto – Färbung

Heute habe ich neben Arbeiten, Ostereinkäufen und Frankfurter Grüner Soße noch die Ergebnisse meiner Annattofärbung durchgespült. Und trocken sind sie dank des schönen Wetters auch schon. Gespült habe ich heute morgen vor der Arbeit und heute Nachmittag konnte ich sie schon abnehmen, dem gründlichen Schleudern sei Dank 🙂

Hier waren sie alle schön aufgereiht im feuchten Zustand:

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Und fein säuberlich gedreht und nach Zügen sortiert das ganze in trocken:

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Ich habe diesmal immer gedippt, also erst die eine Hälfte des Stranges für eine Weile eingetaucht und dann erst den ganzen Strang in der Suppe versenkt. Das gibt einen schönen Effekt in zwei Farbtönen. Die Stränge des letzten Farbzuges werden wohl nochmal in die Kaltbeize wandern und dann in einer der nächsten Färbungen nochmal ein wenig verändert. Sie sind doch sehr, sehr hell. Ich denke ich werde sie mit zur Cochenille-Färbung nehmen. Die Läuse sind schon gemahlen und eingeweicht 🙂 Das wird also in den nächsten Tagen. Gerade köchelt hier ein Rest Schachtelhalmkraut vor sich hin.

 

 

Krappfärbung und Heidekraut

Gerade habe ich die Stränge aus der Färbung mit Heidekraut und Krapp online gestellt.

Ich liebe Krapp. Das gibt in Kaltfärbung ein wunderschönes Lachsrot. Ganz zauberhaft !

Es gibt sie in klassischer Sockenwoll-Qualität (75/25 Verhältnis) und aus reiner Schurwolle, sowohl als dickere Pulloverwolle (die sich aber auch für Kuschelsocken eignet) als auch dünnere reine Schurwolle mit 300 m LL.

Die schönen lachsfarbenen Teilchen sind in Kaltfärbung mit Krapp entstanden. Die mit Heidekraut gefärbte Wolle ist heiß gefärbt. Gebeizt wurde diesmal mit Essigsaurer Tonerde.

Schaut mal, sind sie nicht hübsch ?!

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Hier ist die komplette Palette aus Krapp zu finden:

http://www.blumenkinder.eu/shop/advanced_search_result.php?keywords=krapp&x=0&y=0

Und hier gibt’s das Heidekraut:

http://www.blumenkinder.eu/shop/advanced_search_result.php?keywords=heidekraut&x=0&y=0

Wenn ihr etwas davon verarbeitet habt, freue ich mich immer über Bilder der entstandenen Schätzchen !

Solarfärbung und Corespun

Ich habe ja hier schon meine angesetzten Gläser zur Solarfärbung gezeigt. Quasi Überraschungseier für Woll-Tanten. Ich färbe gerade ganz gediegen mit Annattosamen (Orleanssaat) jede Menge wunderbar Orange Wolle. Und Kammzüge zum Spinnen mit Säurefarben in ganz bunt 🙂

Und da brauchte ich mal ein bißchen Abwechslung. Also habe ich heute mal die Gläser geöffnet.

Hier sind alle 4 Stränge mit den zugehörigen Gläsern zu sehen:20140412_171624

Angesetzt am 18.3, mit Brennessel, Malve und Salbei:20140412_171633

Angesetzt am 9.3. mit Krapp, Blauholz, Heidekraut und Orleanssaat: 20140412_171639

18.3. mit Blauholz, Malve, Brombeerblättern und Frauenmantel:20140412_171648

18.3. mit Krapp, Brombeerblättern und Malve:

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Das erste Glas hatte also 35 Tage Zeit, die anderen drei 28 Tage.

Ich muss ja sagen, daß ich nur so mäßig begeistert bin. Die Stränge sind ganz schön fleckig geworden und ich mag ja Farbverläufe, aber dann doch lieber halbwegs geordnete 🙂 Ich denke aber, daß man das dann erst im fertigen Strickstück beurteilen kann. Außerdem waren die Gläser wohl ein bißchen klein und dadurch hatte die Wolle auch einfach ein bißchen zu wenig Platz zum Schwimmen.

Den ganz linken Strang mit Brennessel, Malve und Krapp habe ich noch in den 4. Zug der Orleanssaat-Färbung geschmissen. Mal sehen, was da noch zu retten ist. Die anderen drei sind ok. DIe dürfen so bleiben und erstmal trocknen.

Und dann habe ich heute abend noch das hier fabriziert. Nennt sich Corespun und dabei wird die Faser um einen Faden herumgelegt und verdreht. Das macht Spaß und ist schön wild. Mag ich 🙂

Grundlage ist ein Konengarn und ein von mir gefärbter Kammzug aus South American Schurwolle.

(Foto mit miesem Lampenlicht, aber ich zeig’s jetzt trotzdem mal so.)

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Solarfärbung und noch mehr wolliges

So, hier gibt es jetzt eine Bilderflut 🙂  Ich habe mir ein paar Überraschungseier gebastelt. Das ganze nennt sich Solarfärbung. Man packt diverse Färbepflanzen zusammen mit Wolle und Beize in Gläser und ignoriert sie eine Weile. Die Sonne tut ihr übriges, vornehmlich durch Erhitzen der Gläser. Das ist toll, weil man zum einen ganz verschieden gefärbte Stränge bekommt ohne großen Aufwand zu betreiben. Farbverlauf ist ja sonst mit Pflanzenfärben immer ein bißchen aufwändig bzw. langwierig. Und zum anderen ist das total cool, weil man nie weiß, was dabei herauskommt.

Hier ist das erste Glas: Angesetzt am 9.3. mit Krapp, Blauholz, Heidekraut und Orleanssaat

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Das linke auf den nächsten Bildern ist das vom 9.3.. Hier sieht man schon, daß sich das Blauholz wohl sehr in den Vordergrund drängen will… Die Zusammensetzung der anderen drei steht drauf  Und diese sind angesetzt am 18.3.

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Das hat so schon was, Wolle im Glas mit Pflanzen. Echt dekorativ irgendwie. Bin gespannt, wie die Wolle später aussehen wird !

Und hier der Ansatz zur Efeu-Färbung. Die ist mittlerweile schon erfolgreich abgeschlossen, nur habe ich vom fertigen Garn noch keine Bilder gemacht. Das gab ein schönes Vanillegelb mit ganz leichtem Grünstich.

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Und hier steht schon die nächste Färbeaktion in den Startlöchern. Krapp schwimmt in gesäuertem Wasser und daneben lagert in Folie eingepackt die gebeizte Wolle. Morgen bringe ich beides zusammen. Das rechts ist übrigens der Shantala Badeeimer für Babys. Da wurden in ihren ersten Lebensmonaten meine Kinder drin gebadet – und nun hat er eine andere Verwendung gefunden 🙂

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Und noch ein paar Spinnereien: Ich hab mal ein bißchen wild gemixt. Wensleydale mit Merino/Seide… mit Coils und Stacks und einfach so und überhaupt mal wild drauf los. Hat Spaß gemacht.

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Zicklein von 1949 und Start in die Färbesaison

Heute ist eine neue Mitbewohnerin bei uns eingezogen. Ein kleines Spinnrad von 1949. Und es ist super erhalten und ich konnte nach ein paar Tropfen Spinnradöl direkt losspinnen.

Zicklein = Ziege = sagt man zu Spinnrädern, bei denen das Schwungrad versetzt zum Spinnflügel angeordnet ist. Und der Bock ist ein Spinnrad, bei dem der Spinnflügel über dem Schwungrad liegt

Madame Fantasia von Kromski ist ein „Bock“: http://birgit-klingelhoefer.de/wordpress/meine-neue-freundin/

Schaut mal:

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Und hier noch der ausufernde Färbewahn (übrigens mit tatkräftiger Unterstützung meines Sohnes):

Naturfärbung mit Krapp, Johanniskraut und Faulbaumrinde und ein paar chemisch gefärbte dazwischen:

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Einen Strang davon hat mein Sohn komplett selber gefärbt und es werden weitere folgen. Ich überlege, dann ein Taschengeld-Projekt im Shop zu machen: Wenn seine gefärbten Wollstränge verkauft werden, dann kann er sich von dem Geld etwas kaufen. Richtig abzüglich Umsatzsteuer und Kalkulation *light* also Ausgangsmaterial, Strom, Wasser Einkommensteuer, Versicherung etc. Ich denke das ist eine gute Sache und er hat viel Spaß daran !