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Pokemon Go spielen – darf man das ?

Die Frage wird ja derzeit heiß diskutiert. Es ist von lebenden Zombies die Rede, die wie ferngesteuert mit Blick auf ihr Handy durch die Gegend tapern und ihre Umwelt nicht mehr wahrnehmen. Völlig verblödete Deppen, die sich und andere in Gefahr bringen. Ja – das ist ein Extrem der Sache. Man kann halt auch alles übertreiben.

Aber mal von Anfang an:

Ich spiele nicht. Nie. Nichts. Keine Handyspielchen, keine MMORPGs oder was weiß ich. Das ist für mich reine Zeitverschwendung. Wenn ich mich wo hinsetze und Zeit nur virtuell verbringe indem ich etwas spiele, das es gar nicht gibt – ja, dann stehe ich hinterher auf und fühle mich schlecht, weil ich meiner Empfindung nach Zeit verschwendet habe. Weil – da kommt ja irgendwie nix raus am Ende. Und das ist so grundsätzlich mal schlecht. Denn rauskommen muss immer was. (Ich lese auch keine Belletristik und schaue nur Filme und Serien wenn ich dabei stricken oder spinnen oder färben oder Seife machen kann 😉 )

Dann kam mein Sohn letzte Woche aus der Schule heim und erzählte, daß der Praktikant den Schülern Pokemon Go gezeigt hat und das bräuchte er jetzt auch und sowieso natürlich ein Handy und das ist total toll. Meine Reaktion: Nicht ernsthaft. Der Praktikant ??? In der Schule ??? Nöööööö…

Dann kam Bonussohn #2 am Wochenende ebenfalls mit der Idee. Ok, da war es dann soweit, daß ich mir das mal angeschaut habe. Und dann ? … War es um mich geschehen. Ich gestehe. Das ist echt witzig. Denn: Man kann das nebenbei machen ! Das ist die Lösung für mein Spielproblem. Spielen alleine geht nicht, aber spielen nebenbei ist super. 🙂 Im Grunde ist das ja wie Geocaching, was wir auch immer mal wieder machen. Aber das ist nicht ganz so leicht in den Alltag zu integrieren, zumindest dann nicht, wenn die Kinder keine Microcaches suchen wollen, weil da ja nur ein Zettel drin ist und nichts zum Tauschen.

Also habe ich nun (ich gestehe 😉 ) mittlerweile Level 6 erreicht, 37 Pokemon gefangen, eins entwickelt, 1 Ei fertig gebrütet und 6 Stück brüten gerade. Noch Fragen ? 😉 Meine Kinder finden mich auf einmal doppelt cool und mein Mann hat sich endlich ein neues Handy zugelegt, weil das Spiel auf seinem alten nicht läuft. – Und das war eh dringend nötig. Soweit alles in Ordnung. Und das geht super nebenbei ohne irgendwo rein- oder runterzufallen oder vor’s Auto zu laufen. Zumindest wenn man multitaskingfähig ist. Und ehrlich – welche Mutter ist das nicht !?

Strange wird es erst in folgendem Szenario: Morgens bei der Arbeit das Smartphone auf den Saugroboter legen um virtuelle Eier auszubrüten während man Stoffwindeln und andere waschbare Hygieneartikel in Pakete packt um sie an die Kunden zu schicken. Ökokram meets virtual reality. Ja und richtig strange wird es dann wenn man nachmittags die „Vom Schaf zum Pulli“-Tour macht – nämlich DIE HIER und auf der Kardiermaschine auf einmal ein Rattfratz hockt. Übrigens Rattfratz…. Da hab ich vorhin einen zum Rattikarl entwickelt 😉 Was mich an dieses Mäusejagd-Ding im Phantasialand erinnerte… wo wir auch mal wieder hin müssen 🙂

Ich hatte ja gestern abend schon überlegt, das Handy ans Schwungrad vom Spinnrad zu binden. Aber das geht nicht, dann läuft’s ja nicht mehr rund 😉

Ganz getreu der Devise: Tu was du willst, solange es keinem schadet. Das Leben ist so schön vielfältig – wäre doch schade, das nicht zu nutzen !

Ein schönes Wochenende, Ihr Lieben ! XOXO

Offene Burg Altweilnau

Lange nichts gepostet… Schande über mich.

Aber ihr wisst ja, der Alltag und so… 🙂 Deswegen auch nur kurz 🙂

Ich habe mich sehr gefreut, am Wochenende bei der Offenen Burg Altweilnau mitwirken zu dürfen. Es war toll viele nette Menschen zu treffen und interessante Gespräche zu führen, während ich am Spinnrad und der Handspindel die Herstellung von Garn aus Wolle vorführen durfte. Ich hatte eine Menge von mir pflanzengefärbte Garne dabei und konnte so ebenfalls zeigen, wie bunt es „damals“ eigentlich zuging.

Hier ein paar Eindrücke.

Mein Stand auf dem Burggelände mit pflanzengefärbten Garnen, Spinnrad, Handspindeln, Wollkämmen und Handkarden:

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Und die beiden Zeitungsartikel aus dem Usinger Anzeiger und der Taunuszeitung:

http://www.taunus-zeitung.de/lokales/hochtaunus/usinger-land/Feuer-und-Flamme-beim-Fest-auf-der-Burg;art48706,1427157

http://www.usinger-anzeiger.de/lokales/weilrod/mittelalterliches-treiben_15473925.htm

Hier liegen auch schon wieder einige tolle Färbungen zum Reifen (das ist wichtig um die Farbechtheit zu garantieren), die demnächst in den Shop wandern.

 

Und selbstverständlich habe ich für nächstes Jahr bereits zugesagt. Also: Wochenende nach Pfingsten – Altweilnau – Offene Burg 🙂 Notieren ! 🙂

Von flauschigen Tüchern und bunten Socken…

Also ich habe ja wirklich einen Wollfetisch, könnte man meinen 🙂 Es sind in den letzten Wochen wieder einige Sachen entstanden:

Hier mal der Tücherstapel.

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Alles aus selbstgesponnenem Garn und 2 davon auch von mir gefärbt. Aber mal der Reihe nach:

Dieses Tuch besteht aus grauem „irgendwas“ aus einer Restetüte. Könnte Merion mit einer Beimischung von Viskose gewesen sein. Und die bunten Reihen sind von mir gefärbte Merino-Seide und Merino (2 verschiedene Stränge)

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Dann haben wir hier ein Tuch aus von mir gefärbter Wensleydale Wolle. Super flauschig, aber nicht ganz kratzfrei. Aber wenn man das Tuch eingetragen hat, geht es. Und ich bin da eh nicht so furchtbar empfindlich. Ich habe auch ein Tuch aus Eiderwolle, was ich problemfrei trage. Daher völlig ok 🙂

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Und das superwarme, schwere Ganzstück:

Gestrickt im weaving stitch, der an sich sehr schwere, dichte Ergebnise fabriziert. Und dann handelt es sich um eine besonders wärmende, schwere Fasermischung: Je 33,3 % Baby-Alpaka, Mohair und Tussahseide. Diese Fasermischung ist ein Traum. Es ist ein toller Schal für die fieseste Kälte geworden 🙂

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Und zum Schluss noch das „Rosentuch“. Aus 2 von mir kardierten Monsterbatts mit je 80g, also insgesamt 160g Merinowolle.

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Ja und dann bin ich ja derzeit auch noch im Sockenfieber. Es hat momentan noch den „ich übe noch“ Status. Ich probiere verschiedene Weiten und Nadelstärken um die perfekten Socken für meine Füße zu finden. Da habe ich letzten Freitag noch ein paar tolle Tipps in unserer Finsternthäler Spinnstube erhalten 🙂 Ich kann momentan nur die Bumerangferse. Die Käppchenferse muss ich mir nochmal näher anschauen und üben.

Die grün-rot-grauen sind „it’s not a bug – it’s a feature“ 😉 Denn das Bündchen am einen Socken ist 5 Reihen kürzer als das beim anderen Socken. Aber das habe ich erst festgestellt, als ich an der Ferse angekommen war und – ehrlich die Arbeit von einem Abend wieder aufziehen ??? – Nö.

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Dann hab ich hier mal eine Version Kuschelsocken probiert, bzw. bin noch dabei. Ich stricke aus zwei Knäulen zusammen, somit werden das Sofasocken, die dann noch mit Latex eine rutschfeste Sohle bekommen sollen.

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Und hier noch zwei schon fertige Paare. Die grünen waren die ersten und haben entsprechend Fehler an der Ferse und „Lüftungslöcher“. Aber passt schon 🙂 Alle Stränge sind von mir gefärbt – das ist ja die andere Sucht, die nur jetzt im Winter nicht ganz so bedient wird, weil ich das eher draußen tue. Zum einen wegen der Nutzung von Regenwasser und zum anderen, weil ich nicht ohne viele Töpfe und viel Sauerei färben kann. Wenn man aufpassen muss, nicht zu kleckern macht es keinen Spaß 🙂

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Und noch ein „work in process“: Das wird das Landlust-Tuch. Aus selbstgesponnener Merinowolle mit Glitzer (Angelinafasern) Das Glitzern sieht man auf den Bildern leider nicht, Ich hatte anfangs ein wenig Probleme das Muster zu verstehen. Das Problem war aber mit dieser Youtube Anleitung ganz schnell behoben. Die Anleitung zum Tuch ist kostenlos hier herunterzuladen: Landlust Tuch Anleitung

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von Stulpen und Röcken…

Strickfieber. 😉 Na ja, schließlich muss man ja auch einiges von dem Garn, das man gesponnen und gefärbt hat verarbeiten. Muss man nicht – aber will man 🙂

Daher hier ein paar Impressionen und dann wieder an die Stricknadeln:

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Das da sind allesamt Lanesplitter (Röcke mit ebendiesem Namen) Nach dieser Anleitung: http://www.knitty.com/ISSUEff10/PATTlanesplitter.php

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Die Dinger machen wirklich süchtig. Daher auch schon einer fertig, einer in Arbeit und noch einer in Kleinmädchengröße – noch ohne Bund. Ok, da war schon einer dran, aber leider zu eng. Daher das ganze nochmal. Locker abketten heißt eben wirklich  l o c k e r  abketten 😉

Der blau-braune ist übrigens komplett aus Alfred und Kiara. Soll heißen braunes Milchschaf namens Kiara – selbst gewaschen, gezupft, kardiert, gesponnen und verstrickt zusammen mit Alfred – weißes Texel. Gleicher Arbeitsgang nur noch zusätzlich selbst mit Indigo gefärbt. Find ich ja richtig cool 🙂

 

Hellblau, gelb, rostrot, grün und ein Unfall :-)

Hier auch mal wieder ein paar Sachen von mir 🙂 Ich komme ja momentan nicht so wirklich an die Indigoküpe, die ich aber mittlerweile gut im Griff habe. Ich hatte sie nochmal vergrößert und in einen 25 Liter Eimer umgefüllt. Sie war ja anfangs zu stark geraten und jetzt passt es. Nun, heute habe ich mal wieder blau gemacht. Scheint irgendwie nur Sonntags zu klappen…

Ich habe den zweiten Zug einer Zwiebelschalenfärbung überfärbt und noch ein paar Stränge hellblau:

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Das gelbe ist der erste Zug einer Zwiebelschalenfärbung. Und das rostrote ist das Ergebnis der Fermentationsfärbung mit Krapp (plus ein Rest Faulbaumrinde und Sandelholz). Das ganze Stand zusammen mit Weizenkleie um die Bakterien zu füttern für knapp 4 Wochen in der Sonne und wurde einmal am Tag durchgerührt.

Das hellblau ist auf gebeizter Wolle entstanden. Ich dachte ich hätte noch Vorrat, was dann aber doch nicht so war. Und dann habe ich Stränge aus der Kaltbeize genommen, gespült nochmal in klarem Wasser ziehen lassen und dann ab in die Küpe. Und ich finde, daß der Ton anders wurde als ohne die Beize. Selbe Wolle vorletzte Woche einfach nur gewaschen und in Wasser eingelegt. Interesant. Da muss ich mal schauen, ob sich das reproduzieren lässt. Ich finde, daß das blau wärmer und weniger graustichig hervorkam als auf derselben Wolle ohne Beize…

Die Zwiebel-Indigo- Wolle ist etwas fleckig, da ich die Zwiebelfärbung in Kontaktfärbung gemacht habe. Ich mag Kontaktfärbungen und langsame Färbungen: Färbematerial und Garn in einen Eimer und warten. Ich schwenke gerade vom Auskochen auf die langsame Art und finde das spannend und sanfter für die Wolle und zudem ökologischer.

Und dann gab es noch ein paar Spinnereien:

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Links dreifach gezwirnt aus einem dickeren Faden braunes Milchschaf und zwei dünnen Fäden Kerry Hill. Beides aus Deutschland und im Vlies direkt vom Schaf zu mir gekommen. Gewaschen, kardiert und gesponnen von mir 🙂 Ich nähere mich dem „vom Schaf zum Pulli“ ganz gewaltig 🙂

Daneben mal zum Testen ein Space Kammzug Merinowolle (das sind ganz dünne Kammzüge, die man recht schnell durchs Spinnrad jagen kann. Und daneben mal ein 4-fach Zwirn aus Kerry Hill zum Testen.

Und dann hatte ich mit dem armen Kerry Hill auch noch einen kleinen Unfall:

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Das ist das Ergebnis von: Letztes Fadenstück beim Spinnen einfach auf die Spule flutschen lassen und dann nicht mehr wiederfinden. Beim besten Willen nicht. Der beste aller Ehemänner hat es auch versucht und nicht gefunden. Somit musste ich leider die Schere nehmen. Aber das wird nicht weggeworfen. Es wären super Puppenhaare oder die Füllung einer Wulsthaube oder mal filzen… mal sehen 🙂 Kommt in die „wird noch was draus – Kiste 🙂 )

 

Neptuns Töchter die zweite

Mir fällt gerade auf, daß ich noch Fotos des fertigen Garns schuldig bin. Allerdings: So toll ist es nicht geworden. Ich habe ganz dünn gesponnen und dann 3-fach verzwirnt (Navajo). Da ich aber eher von der ungeduldigen Sorte bin, war ich irgendwann so genervt, von dem dünnen Fädchen, daß ich doch recht schlampig verzwirnt habe. Was dazu führt, daß man die Schlingen zum Teil sieht. Bin nicht wirklich zufrieden.

Aber hier nochmal der Werdegang vom Kammzug zum Garn:

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Vom Schaf zum Garn…

Ich habe einen Sack Wolle bekommen. Direkt vom Schaf. Leider habe ich bisher keine Information um welche Rasse es sich handelt, aber das ist jetzt zum Testen und Rumspielen erstmal egal. Ich habe mal eine kleine Testreihe gemacht:

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Auf dem Bild im Uhrzeigersinn: ungewaschen, gewaschen, Garn aus Flocke mit Nähgarn verzwirnt, mit Handkarden gekämmt und daraus dann ein Spinntest.

Da liegt aber noch einiges vor mir 🙂

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Farben, Spinnerei und Neptuns Töchter

Uff. Gerade mit der Arbeit fertig. Ich schmeiß hier mal schnell zwei Fotos rein, damit der Blog sich nicht so einsam fühlt und gehe dann gehe ich „Once upon a time“ gucken und spinnen. So. 🙂

Das hier sind Neptuns Töchter, so der Name des Kammzugs. Das ist ein SDD = Spinn dein Ding aus der Facebook-Spinngruppe in der ich bin. SDD heißt: Mehrere Spinnerinnen bekommen den gleichen Kammzug (den gleichen, nicht den selben 😉 ) und verspinnen den dann so, wie sie möchten. Oder wie sie meinen, daß der Kammzug es erfordert. Und dann zeigt man Fotos in der Facebook Gruppe, fachsimpelt ein bißchen und freut sich darüber.

Meiner hier ist von Christina Günther-Fiedler und aus 70% Merinowolle und 30% Soja (also 70% Schurwolle und 3% Viskose). Er spinnt sich butterweich und ich mache mir hier mal seit längerem wieder die Arbeit gaaanz dünn zu spinnen. Das dauert ewig, aber lohnt sich. Ich werde ihn dann vermutlich Navajo zwirnen, weil ich keine Lust habe, das dünne Spaghettizeugs dann nochmal zu wickeln und von innen und außen zu verzwirnen. Na mal sehen, ich halte euch auf dem Laufenden.

So kamen Neptuns Töchter zu mir:

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Und dann hab ich sie ganz brutal gevierteilt, damit die Farbverläufe nicht ganz so lang sind. Denn ich hatte ja vor, ganz dünn zu spinnen.

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Und hier ein Spulenfoto mit schon mehr als 2 Drittel des Kammzugs (der insgesamt 150g wog)

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Und draußen trocknet gerade noch ein bissi buntisch Zeuch:

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