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Das Mittelalter und ich… oder so…

Ich bin 35 und damit mittelalt. Ähhhm *hust* ja traurig, …ist so, aber darum geht es hier gar nicht 🙂

Seit mittlerweile sowas um die 8 Jahre schlurfe ich meist zur warmen Jahreszeit über diverse Mittelaltermärkte. Total begeistert vom Ambiente, aber leider bislang eher halbherzig gewandet. Das ganze begann mit einem krampfhaften Durchsuchen des Kleiderschrankes und Zusammenstellung einer „ambientigen“ Kleidungskombi in klassischem schwarz (was anderes hat Madame ja kaum im Schrank 😉 ). Der erste Marktbesuch zeigte – geht gaaar nicht. Nein. Es musste ein Mittelalterkleid her. Ebay zeigte mir einen Traum in grün und (ja was wohl) schwarz. Aus Samt. 3… 2… 1… war’s meins. Und stellte sich nach einigen weiteren Marktbesuchen als Flop heraus.

Traurig war die Erkenntnis, das dieses wunderschön wallende Teilchen mit hübscher Kreuzschnürung“ vorn und weichem Samt allover total und gänzlich unpassend ist. Mensch wehrt sich ja immer ganz gern gegen unbequeme Wahrheiten. Aber gut, so war es nunmal und das schöne Kleidchen wanderte in die Kiste mit Faschingskram und Fotorequisiten. Zwischendurch trug es dann mal eine Lady die wir TfPten (Time for Pictures) in einer frühen Selbständigkeit mit Fotografie unter dem Namen Ars Lucis.

Ok, dann also irgendwie anders. Nur was will ich darstellen ? Schließlich tut sich dem, der sich mit dem Begriff „Mittelalter“ auch nur ein klein wenig beschäftigt eine riesige Bandbreite an Darstellungsmöglichkeiten auf. Schließlich ändert sich die Mode in läppischen 1000 Jahren doch das eine oder andere Mal. Anfangs sackige Unterkleider mit sackiger Cotte darüber, dann zunehmend figurbetonter Schnitt teils mit Walle-Ärmeln, dann noch figurbetonter mit tausend Knöpfchen und Schnürungen. Hinzu kommt, daß nicht nur ich mal eben irgendwie irgendwas darstellen wollte (schließlich ist da ja noch das „Ich brauch schnell was zum Anziehen für Freienfels“-Problem), sondern auch mein herzallerliebster Angetrauter tat da so einiges. Da gab es so ein Coladosen-Kettenhemd das dann in mühevoller Kleinarbei ent-chromt und brüniert wurde (was ne Sauerei, ich sag’s euch) , Plattenschultern, Beinlinge & Co.

Was wir eigentlich darstellen wollten, wußten wir aber immer noch nicht so richtig und machten halt mal irgendwas 🙂 Es gab da immerhin schonmal ein selbstgenähtes Unterkleid, was mittlerweile richtig gut zur gewählten Darstellung passt und ein weniger passendes Überkleid. Das Überkleid ist immerhin schonmal aus Wolle und irgendwie Höllenfenster-mäßig. Wobei das eigentlich so war, weil meine Nähkünste auch irgendwie so ihre Grenzen hatten und so die Gewandung natürlich auch beschränken. Dieses Kleid trenne ich gerade teilweise wieder auf, die Höllenfenster müssen weg und dafür noch 4 Geren rein) Gewandung kaufen kann man mal getrost vergessen, wenn’s nicht Leonardo Carbone Einheitsbrei sein soll. Und der ist wirklich hübsch, aber zum ganz großen Teil soweit von „A“ wie „authentisch“ entfernt wie ein Schnitzel von einem Tofu-Bratling. Ja, ist leider so.

Ok, dann gab es da Freunde von uns, die in einer sehr festgelegten Mittelaltergruppe „mitspielen“, die ausschließlich 1440 bis 1460 rund um Köln darstellt. Sie offerierten uns, in Satzvey mitzulagern, man könne im Gästezelt Unterkunft finden. Das ist natürlich eine Hausnummer und das wollten wir natürlich mitmachen (hat sich mittlerweile wegen „geht nicht“ wieder zerschlagen, aber mehr dazu später).

So, nun hatten wir da ein Projekt. SpäMi = Spätmittelalter. Der entsetzte Mittelalter-Fantasy-Rumtüddler stellt leider fest, daß nichts, aber auch gar nichts aus der Gewandungskiste zu diesem festgelegten Rahmen passt. Da ich aber mittlerweile in einem anderen Teilbereich meines Lebens recht tief ins Thema Nähen vorgedrungen bin, sollte das passen. Ich habe hier nicht mehr viel gezeigt, denn die Zeit im normalen Alltagswahnsinn zum Nähen abzuknapsen ist das eine. Darüber auch noch zu bloggen ist das andere. Da fehlt’s mir dann meistens an den nötigen Minuten.

Nun bin ich ja der festen Überzeugung, daß alles so sein soll wie es ist und jede Wendung ihren Sinn hat, führte also das geplatzte Angebot zum Lagern mit den Kriegsraben dazu, daß wir und nun endlich (nach Jaaaahhaaaren) mal festlegen konnten, eine Zeit anzupacken und uns an genau diese Darstellung heranzuwagen. Jawoll, das war gut 🙂

Nach viel Lesen und tüfteln, hab ich mittlerweile ganz gut auf dem Schirm, was „man trug“, auch wenn wir uns doch mal von dem Bereich rund um Köln lösen. Grob gesagt haben wir da für Männlein eine schmalere Bruche, darüber eine Schamkapselhose, obenrum den Wams, der an der Hose angenestelt ist (wohl dem, der keinen Durchfall hat 😉 ) und darunter wiederum ein recht schmales Hemd. Über Hemd und Wams gibt’s dann noch eine Schecke und eine Gugel, die gleichzeitig ein Chaperon ist (oder umgekehrt)

Weiblein trugen ein Unterkleid oder mittlerweile auch schon eine Art Unterhemd (da eher ein Unterrock, aber mit Trägern und damit nicht ganz so fies warm für Sommer-Märkte) und darüber die Cotte = Kleid mit engen Ärmeln und engem Oberteil. An Ärmeln und Oberteil (vorn) Schnürung oder Knöpfe, wobei Anfang des 15. Jh eher Knöpfe und später dann vermehrt Schnürungen. Darüber gab es dann ggf. noch das Surcot, ein weiteres Überkleid. Darüber einen Mantel (auch schon mit Ärmeln) und eine Gugel bei Bedarf. Ansonsten für verheiratete Frauen eine Haube.

Wir nähern uns dann auch technisch der Umsetzung mit einem immerhin fertigen Kleid, Hemd und Bruche für den Gatten und einem geklebten und ausgeschnittenen E-Book einer Schamkapselhose. Hier hapert es derzeit noch am passenden Stoff, denn es soll Mi-Parti (= zweifarbig mittig geteilt) sein. Und schließlich muss das der gleiche vernünftigerweise dünne Wollköper in zwei verschiedenen Farben sein. Aber hierzu werden wir morgen nochmal die MiA-Stoffhändler unseres Vertrauens befragen 🙂

Und vom Kleid, das jetzt probehalber erstmal aus günstigem einlagigen Barchent ist, zeige ich morgen nochmal Fotos (wenn ich es nicht vergesse 😉 ) Richtig ist es nämlich so,daß der Oberstoff aus Wolle ist und das ganze dann gefüttert mit Leinen. Aber ich wollte meine Nähkünste ja auch nicht gleich überstrapazieren.

Mehr immer mal wieder an dieser Stelle 🙂 (Falls ich dazu komme, hatte ich erwähnt, daß ich für 4 bis 6 Personen die Gewandung machen „muss“ ? *zur Nähmaschine flitz* 🙂 )

 

Jeans kürzen und Originalsaum behalten

Das habe ich gerade gefunden: http://pechundschwefel-naehliebe.blogspot.de/2013/02/originalsaum-einer-jeans-umnahen.html

Eine ganz tolle Anleitung dazu, wie man eine Jeans kürzen kann, ohne den schönen Originalsaum, also mit Waschung und entsprechendem Garn, abschneiden zu müssen.

Ich muss ja zugeben, daß ich bisher zu kurze Jeans einfach abgeschnitten, ausgefranst und so für schick erklärt habe, weil ich das nicht konnte und keinen neuen Saum haben wollte 😉

Bei der nächsten zu kürzenden Jeans mach ich das dann auf diese Art 🙂

3 Geschenke, komplett selbstgemacht :-)

Hach, jetzt ist schon wieder so viel Zeit vergangen und ich habe hier nichts mehr gepostet ! Natürlich habe ich genäht, aber keine Zeit gefunden darüber zu schreiben. Hier sind mittlerweile viele schöne Stoffe aus USA angekommen, die ich zusammen mit einer lieben Kollegin bestellt habe. Zum Teil sind sie schon vernäht und davon gibt es in den nächsten Tagen auch Bilder !

Heute will ich aber mal etwas zeigen, was ich schnell noch vorm Verschenken geschafft habe zu fotografieren. 3 liebe Frauen haben aus aktuellem Anlass das hier bekommen:

 

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Es handelt sich um jeweils eine TaTüTa, Schlüsselanhänger mit Webband und Key Fob und einem kleinen Täschchen, das eine von mir handgesiedete Naturseife enthält.

Die TaTüTa habe ich nach DIESER Anleitung genäht. Das ist die beste Anleitung für TaTüTas, die ich finden konnte. Ganz klar und toll erklärt, mit aussagekräftigen Bildern.

So und ich gelobe Besserung, hier wieder mehr zu schreiben ! 🙂

 

Und weiter geht’s – Shelly von Farbenmix Hype :-)

Die kreative Explosion geht weiter mit „normaler“ Kleidung. Der erste Versuch seit einem Praktikum in der 8.(????) Klasse war die Lucille von Farbenmix. Na ja, was soll ich sagen – ja, ich habe eine Lucille genäht, aber… sie passt einfach nicht. Ich hatte XL zugeschnitten, sogar noch mit reichlich Nahtzugabe und das eigentlich hübsche Teilchen war zu eng obenrum. Um Bauch und Hüften war es ok, aber es scheint so als sei das Schnittmuster nur für schlanke Arme und Oberweiten gemacht. Das Teil ist grün und liegt traurig in der Ecke und ich will nicht weiter drüber nachdenken. Zum Glück nicht aus neu gekauftem Stoff, sondern aus seit Jahren hier liegendem. Dann wollte ich aber nicht so schnell aufgeben und habe nochmal eine Art Studie mit schnell zusammengenähtem Jersey Bettlaken gemacht. Oben etwas zugegeben, aber es sieht einfach doof aus. Jetzt passte die Konstruktion zwar, schlug aber komische Falten. Also gebe ich das erstmal auf, bis ich in der Lage bin korrekt einen Schnitt zu erweitern. Das geht ja nicht einfach indem man breiter schneidet.

Das nächste – wesentlich erfolgreichere Projekt war dann das Schnittmuster Shelly von Farbenmix. Nett ist ja, daß man dort viele Schnitte einfach so runterladen und selber drucken kann. Das ist toll für Ungeduldige wie mich 🙂 Die Shelly passt super an etwas fülligere Elfen und kaschiert den Bauchspeck 😉 Und das Teil macht süchtig, weil die Shelly wirklich leicht zu nähen ist und man selber ganz schnell viele Kombi-Ideen mit verschiedenen Ärmelstoffen, Bündchen etc. entwickeln kann, ohne daß es kompliziert wird.

Hier mal meine Shelly-Sammlung.

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Links oben ist die erste, die ich ausprobiert habe. Da hatte ich sicherheitshalber viel Nahtzugabe zugegeben und somit ist sie eher Sweatshirt-mäßig. Das Halsbündchen hatte ich nach Angabe zugeschnitten. Aber nach dem ersten Waschen war es zu weit und ich habe es nochmal entfernt und ein ganzes Stück kürzer wieder drangenäht. So passt es.

Die rechts oben und links unten sind aus einfachem schwarzem Jersey und jeweils einem Restsück von Michas Eigenproduktionen. Da musste ich jeweils den Kragen stückeln, was aber nicht so dramatisch war. Hätte sonst nicht gereicht. Die rechts unten gefällt mir am besten. Korpus ist aus einem „Trigema Putzlappen“ und einem halben Meter Herzchen-Jersey von Michas EP.

Fazit: Die pink-schwarze mag ich am liebsten. Die Ärmelbündchen wurden immer länger und das ist nett. Und man kann aus 3 Metern schwarzem Jersey eine ganze Shelly in XL, und zwei Shellys wo nur der Korpus schwarz ist nähen 🙂

 

Anleitung Wendekleid nähen

So, nun habe ich ein bißchen in google gewühlt, bin ein wenig schlauer und habe nebenbei noch allerlei nette Sachen gefunden.

Herausgefunden habe ich, daß es wohl am besten ist, wenn man

  1. das gewünschte Kleid doppelt zuschneidet
  2. die Seitennähte beider Kleider jeweils schließt
  3. sie dann rechts auf rechts zusammensteckt
  4. und dann Ärmel- und Halsausschnitt zusammennäht (von Außen- und Innenkleid)
  5. und zu guter Letzt das ganze über die Schulternähte wendet, die die ganze Zeit plus einige Zentimeter Hals- und Armausschnitt, offen bleiben. (da war mein Fehler, ich hatte die Schulternähte zusammengefügt und wollte über die Armausschnitte wenden, das geht aber nicht)

Eine Idee war auch noch, die Arm- und Halsauschnitte einfach mit Schrägband zu versäubern. Das ist dann die sicherste und bestaussehendste Version für Anfänger, würde ich sagen, geht bei Mittelalterkleidung aber eher nicht. (wegen dem großen A 😉 )

Dann versuchen wir das beim nächsten Mal doch nochmal auf diese Art !

Zusammengesucht habe ich die Infos über gutefrage.net, das Stillen und Tragen Forum und das Forum Hobbyschneiderin24.net Wobei letzteres nicht die Original Hobbyschneiderin Anne Liebler ist. Das ist nämlich die Hobbyschneiderin.net, wo ich auch schon ganz viele tolle Tipps und Tricks gefunden habe.

Beim Stöbern lief mir dann noch ein kostenloses Schnittmuster für ein süßes Babykleid über den Weg. Für Größe 68 habe ich keine Verwendung im Moment, aber ihr vielleicht 🙂 Das ist ein tolles Kleidchen mit Reißverschluss, damit man es den kleinen Mäusen nicht über den Kopf ziehen muss. Das ist ja bei so ganz kleinen Babys häufig für Eltern und Baby gleichermaßen etwas schwierig, weshalb es ja auch schon ganz lange die tollen Wickelbodies gibt, die für die Anfangszeit echt ein Segen sind.

Und zwar nicht kostenlos, aber unheimlich süß ist das Wendekleid Emma von Minimy. Das ist ein Kleid im Stil der Pippi Schürzen, sogar mit aufgesetzter Tasche für kleine Schätze. Das kommt auch noch auf meine To-do Liste 🙂

Und wo wir gerade bei kostenlosen Schnittmustern sind – HIER gibt es ganz viele davon.