Archiv der Kategorie: Mittelalterkleidung nähen

Schon länger nichts mehr genähtes gezeigt…

Kann ich ja mal wieder machen 😉 Denn genäht habe ich, NUR nicht gezeigt 😉

Nun, ich habe mich an eine neue Gewandung zum Thema Stadtbürgerin Raum Frankfurt um 1474/75. gemacht. Hier erstmal die Bilder:

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Die Ärmel sind noch die alten, aber mitterweile habe ich noch neue in grau genäht. Diese hier sind ein bißchen zu weit. Das Kleid ist aus grünem Wollstoff, das Unterkleid aus naturfarbenem Leinen. Der Turm auf dem Kopf ist eine Wulsthaube mit langem Wolltuch darüber. Mittlerweile gibt es dazu noch eine Schaube. Das ist ein Mantel, der über dem Keid getragen wird. Meiner ist außen aus grauem Wollköper und innen aus leichte naturfarbenem Wollstoff in Leinwandbindung. Die Schaube zeige ich noch, wenn ich ein Foto davon habe.

 

Muddis neues Hobby… der Medieval Longbow :-)

Ja, sie hat immer mal wieder nen neuen Spleen. Muss ja, wird ja sonst langweilig, gell ?

Im Rahmen unseres Mittelaltervereins Ursellis Historica durfte ich mich im Bogenschießen probieren. Und hey – das hat geklappt ! Man muss dazusagen, daß alles was mit Sport zu tun hat irgendwie nicht an mich geht oder wenn, dann irgendwie schiefläuft. Das war schon immer so. Ich erinnere mich z.B. mit Schrecken an den misslungenen 10-minütigen Versuch des Inline-Skatens mit meinen damals sauteuren K2 Rolldingern. Nun ja, das Experiment endete bevor ich eigentlich wirklich gefahren bin mit einem gebrochenen Arm – glücklicherwiese der linke.

Aber jetzt gibt es etwas, das entfernt mit Sport zu tun hat und das ich irgendwie ganz gut zu können scheine. Es ist zumindest so, daß ich von Anfang an irgendwie meistens die Zielscheibe treffe, warum auch immer 🙂 Das ist ein so motivierender Start, daß man einfach weitermachen muss, oder ? Nun habe ich mir also einen wunderschönen Langbogen zugelegt, der auch perfekt zu unserer mittelalterlichen Darstellung (Spätmittelalter so um 1450) passt. Ok, es ist keine wirkliche Replik. Die Bogen damals hatten Hornnocken (die Dinger an den Enden des Bogens wo die Sehne reinkommt) und meiner hat einfache Holznocken. Aber immerhin kein schnöder Kompositbogen 😉

Es handelt sich um einen Selfbow, das heißt er ist aus einem Stück Holz gefertigt. Die modernen Langbogen sind meist laminiert, das heißt aus verschiedenen Materialien (Holz mit Glasfaser, Carbon etc.) verbunden.

Die mittelalterlichen Langbogen hatten ein wesentlich höheres Zuggewicht als die heutigen. um die 100 bis 150 lbs waren Standard. Die Bögen hatten eine Wahnsinns-Durchschlagskraft, waren aber auch extrem schwer zu ziehen. Allerdings begannen zu dieser Zeit bereits kleine Jungen mit dem Training und das Zuggewicht der Bögen wurde mit dem Training gesteigert. Man fand bei Ausgrabungen von Skeletten dieser Männer deutliche Abnutzungserscheinungen an den Gelenken, die wohl von der ständigen starken Belastung durch die Bögen mit hohem Zuggewicht kamen. Das jedoch sind die Bögen, die heute als Warbow bzw. Kriegsbogen bezeichnet werden. So einer ist meiner natürlich nicht. Sehr viele Bogen dieser Art fand man auf dem Englischen Kriegsschiff „Mary Rose“, welches 1510 gebaut wurde und 1545 sank. Entdeckt wurde es 1971 und gehoben wurden die Funde 1982.

Der Durchbruch der Bogenschützen in der mittelalterlichen Kriegsführung ist auf den Anfang des 15. Jahrhunderts zu datieren. Als Initialzündung gilt die Schlacht bei Azincourt, wo das englisch-walisische Heer trotz zahlenmäßiger Unterlegenheit gegen die Franzosen gewann, da hier die Bogenschützen sehr wirkungsvoll im Einsatz waren: http://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_von_Azincourt

Soweit mal kurz zum Hintergund in der Geschichte. Die wirklichen Repliken der Mary Rose Bogen kosten um die 600 Euro, daher derzeit nicht wirklich machbar. Das kann man mal überdenken, wenn man 5 Jahre Training hat 😉

Mein Bogen ist ein Selfbow aus Birke mit 32lbs bei 28″ Auszug. Das heißt, daß der Bogen die Kraft von 32 lbs umsetzt, wenn man 28 Zoll, also ca. 71 cm auszieht (Auszug = die Spanne zwischen Bogen-Vorderkante und Sehne). Ich ziehe allerdings momentan nur um die 24″ aus, wobei da vermutlich noch was geht mit mehr Training. Aber irgendwann ist auch Schluss, die Ärmchen werden nunmal nicht länger.

Hier gibt es ein schönes heroisch gemachtes Video (in englisch) mit Kevin Hicks (sooo eine coole Sa* 😉 ): http://www.youtube.com/watch?v=EvKJcxa8x_g

Fast, accurate and under power… ! *hach… !! Da will ich hin, jawoll !!!

Und hier gibt es eine schöne Kompletterklärung ebenfalls in englischer Sprache: https://www.youtube.com/watch?v=tH2gedif_HE&feature=youtube_gdata_player

Und dann gibt es natürlich noch ein Bildchen von mir beim Training. Da ist noch einiges zu tun, aber wird schon ganz vernünftig mittlerweile.

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…und dann ist da noch die schöne ganzheitliche Sache dabei: Beim Bogenschießen trifft man das Ziel dadurch, daß man loslässt. Sehr schön metaphorisch auf das Leben anwendbar. Zumal man auch schnell schießen muss, wie ich mittlerweile von einem bereits erfahrenen Vereinskollegen lernen durfte. Wenn man den Bogen spannt und hält und zielt… und hält… und hält… und zielt… dann fängt man irgendwann an zu zittern und trifft gerade deswegen nicht. Die Erfolgsquote lässt mit mehr Kontrolle, Zögern und Zwang nach ! Das ist wunderbar auf das Leben anwendbar und ganz nebenbei ein super Mentaltraining !

Wams Söldner Ende 15.Jh.

So, ich zeige nun mal wieder etwas. Zwischendrin sind noch fertig geworden:

Eine Schlauchmütze, eine Bruche (Unterhose aus Leinen), zwei langärmlige Unterhemden aus Leinen und eine Probe-Schamlatzhose aus Barchent zum Testen. Letzterer aber irgendwie ungeeignet, da es leider schon nach dem ersten Tragen Verschiebungen im Gewebe gibt wenn Zug auf die Nestellöcher kommt, was sich ja nicht vermeiden lässt.

Ich muss ja gestehen, daß wir uns ganz unwissenschaftlich an Sekundärquellen halten. Und die genaue Region ist auch eher unspezifisch 😉 Aber da die jetzt genähten Teile sowieso noch nicht der Weisheit letzter Schluss sind, ist das erstmal „was zum Anziehen“ und zum Identifizieren von Fehlerquellen.

Hier also der Wams, noch ohne Nestellöcher und Nestelbänder. Das wird nochmal ein gutes Stück Arbeit. Die Vorlage hierfür habe ich mir aus verschiedenen Quellen zusammengetragen. Ganz toll ist die Seite Diu Minnezit http://www.diu-minnezit.de/ Mittelalter in Fotos 🙂

Und der Schnittplan ist so in dieser Art: http://www.landsknechtsportal.de/

Wobei hier praktischerweise die luftigere Version: http://www.diu-minnezit.de/realie_details.php?rid=182&lid=0&tid=4

Material: innen blaues Leinen mittlerer Stärke und außen mittlerer Wollstoff. Relativ fest, aber weich. Das ist ein heißer Tipp die Händlerin stellainge bzw. frau_barbarossa bei Ebay. Sie hat tolle mittelaltertaugliche Stoffe, teils als auch Stoffcoupon (=keine frei wählbare Meterware, sondern ein definiertes Stück). Hier bei dem braunen Wollstoff fehlte z.B. an einer Ecke ein Teil von ca. 10×10 cm. Daher war er deutlich günstiger.

20130821_202608 20130821_202655So, nun müssen da noch gefühlte 385.937 Nestellöcher rein. Und eine weitere Schamlatzhose kommt auch noch dazu. Dafür dann innen auch blaues Leinen und außen ein dunkelblauer Wollstoff. Der ist dünner und dehnbarer und so wird das dann auch mit dem Hinsetzen einfacher 😉 Liegt schon hier und ist bereits vorgewaschen.

Und als nächstes gibt’s dann noch ein Wollkleid mit Leinenfütterung für mich und einen Chaperon für den Gatten. Aber dafür haben wir ja den gaaanzen Winter Zeit 😉

Zum Winter gibt’s im gleich folgenden Post noch etwas 🙂

 

Das Kleid, das gerne spätmittelalterlich werden wollte…

… und es in Details zumindest ein klein wenig ist. Hier mal zwei Bilder:

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Hinten musste ich eine Teilungsnaht machen. Das erkläre ich jetzt einfach mal für ok, zumindest im Rahmen heimischer Änderungsmaßnahmen wenn die Trägerin abgenommen hatte oder Kleidung weitervererbt wurde. Ist halt einfacher als Ärmel-und Seitennähte wieder auseinander zu nehmen. Es ist aber immer noch ein Stück zu weit, die Schultern könnten schmaler sein und damit die Ärmelnähte höher ansetzen. Grundlage war übrigens der Burda Schnitt 7977-V, den ich aber nur grob als Ansatzpunkt nehmen konnte. Die Geren habe ich länger gemacht und höher angesetzt. (Das sind die Keile, die in die vordere, hintere und seitliche Mitte eingesetzt werden um den Rock weiter zu machen.

Allerdings gab es im Spätmittelalter auch schon in der Taille angesetzte Rockteile, die an der Taillennaht in Falten gelegt wurden und so die Rockweite ergaben. Das allerdings muss ich erst nochmal verdauen und üben. Das war mit für das „habenwill“ Kleid jetzt zu tüddelig.

Das Oberteil ist vorn geschlitzt, und geschnürt. Zum Schnüren „durfte“ ich bereits historisch belegt Ösen zum Annähen verwenden. Allerdings hatte ich nur 10 (die andere ganze Packung konnte ich gestern abend nicht finden, aber ich weiß ich habe sie 😉 ), daher müssen da noch mindestens 8 dazwischen, sonst ist die Schnürung zu locker.

Die Schnürung ist keine Kreuzschnürung, die gab es nämlich erst in der Renaissance, sondern eine Spiralschnürung.

Die Ärmel könnten entweder lang und zum Handgelenk schmal zulaufend sein, oder aber kurz und dazu einzelne Ärmel zum Annesteln. Wie praktisch, so kann man sich immer ein neues Kleid machen, indem man die Ärmel tauscht 🙂 Die Ansteckärmel muss ich noch nähen.

So, und eigentlich gehört das doppellagig aus Leinen (innen) und Wolle (außen). Das gibt’s dann beim nächsten Kleid. Denn immerhin kann ich jetzt ja den Schnitt vom hier zu sehenden Kleid abnehmen und weiter verfeinern.

Nun muss ich es nur noch färben, denn gefärbt wurde ganz viel im Mittelalter und einfarbeig weiß war eigentlich nur die Unterkleidung und die Haube, wobei selbst die zum späten SpäMi hin belegterweise auch mal farbig.

Die Haube ist hier abgeschaut: http://www.tempora-nostra.de/Detail_haube1,sid8,kontext48.shtml wobei das Band bei mir nicht geflochten, sondern genäht ist (einfach wie Schrägband gefaltet und mit Zierstich zusammengenäht).

Das grüne Beutelchen ist von mir mittels Nadelbinde-Technik gemacht. Der Gürtel und die Ledertasche sind gekauft.

Alles in allem ist die Kluft zwischen „wissen wie es sein müsste“ und „nähtechnisch hinbekommen“ schon noch recht groß, aber Übung macht die Gewandung oder so 🙂

 

Das Mittelalter und ich… oder so…

Ich bin 35 und damit mittelalt. Ähhhm *hust* ja traurig, …ist so, aber darum geht es hier gar nicht 🙂

Seit mittlerweile sowas um die 8 Jahre schlurfe ich meist zur warmen Jahreszeit über diverse Mittelaltermärkte. Total begeistert vom Ambiente, aber leider bislang eher halbherzig gewandet. Das ganze begann mit einem krampfhaften Durchsuchen des Kleiderschrankes und Zusammenstellung einer „ambientigen“ Kleidungskombi in klassischem schwarz (was anderes hat Madame ja kaum im Schrank 😉 ). Der erste Marktbesuch zeigte – geht gaaar nicht. Nein. Es musste ein Mittelalterkleid her. Ebay zeigte mir einen Traum in grün und (ja was wohl) schwarz. Aus Samt. 3… 2… 1… war’s meins. Und stellte sich nach einigen weiteren Marktbesuchen als Flop heraus.

Traurig war die Erkenntnis, das dieses wunderschön wallende Teilchen mit hübscher Kreuzschnürung“ vorn und weichem Samt allover total und gänzlich unpassend ist. Mensch wehrt sich ja immer ganz gern gegen unbequeme Wahrheiten. Aber gut, so war es nunmal und das schöne Kleidchen wanderte in die Kiste mit Faschingskram und Fotorequisiten. Zwischendurch trug es dann mal eine Lady die wir TfPten (Time for Pictures) in einer frühen Selbständigkeit mit Fotografie unter dem Namen Ars Lucis.

Ok, dann also irgendwie anders. Nur was will ich darstellen ? Schließlich tut sich dem, der sich mit dem Begriff „Mittelalter“ auch nur ein klein wenig beschäftigt eine riesige Bandbreite an Darstellungsmöglichkeiten auf. Schließlich ändert sich die Mode in läppischen 1000 Jahren doch das eine oder andere Mal. Anfangs sackige Unterkleider mit sackiger Cotte darüber, dann zunehmend figurbetonter Schnitt teils mit Walle-Ärmeln, dann noch figurbetonter mit tausend Knöpfchen und Schnürungen. Hinzu kommt, daß nicht nur ich mal eben irgendwie irgendwas darstellen wollte (schließlich ist da ja noch das „Ich brauch schnell was zum Anziehen für Freienfels“-Problem), sondern auch mein herzallerliebster Angetrauter tat da so einiges. Da gab es so ein Coladosen-Kettenhemd das dann in mühevoller Kleinarbei ent-chromt und brüniert wurde (was ne Sauerei, ich sag’s euch) , Plattenschultern, Beinlinge & Co.

Was wir eigentlich darstellen wollten, wußten wir aber immer noch nicht so richtig und machten halt mal irgendwas 🙂 Es gab da immerhin schonmal ein selbstgenähtes Unterkleid, was mittlerweile richtig gut zur gewählten Darstellung passt und ein weniger passendes Überkleid. Das Überkleid ist immerhin schonmal aus Wolle und irgendwie Höllenfenster-mäßig. Wobei das eigentlich so war, weil meine Nähkünste auch irgendwie so ihre Grenzen hatten und so die Gewandung natürlich auch beschränken. Dieses Kleid trenne ich gerade teilweise wieder auf, die Höllenfenster müssen weg und dafür noch 4 Geren rein) Gewandung kaufen kann man mal getrost vergessen, wenn’s nicht Leonardo Carbone Einheitsbrei sein soll. Und der ist wirklich hübsch, aber zum ganz großen Teil soweit von „A“ wie „authentisch“ entfernt wie ein Schnitzel von einem Tofu-Bratling. Ja, ist leider so.

Ok, dann gab es da Freunde von uns, die in einer sehr festgelegten Mittelaltergruppe „mitspielen“, die ausschließlich 1440 bis 1460 rund um Köln darstellt. Sie offerierten uns, in Satzvey mitzulagern, man könne im Gästezelt Unterkunft finden. Das ist natürlich eine Hausnummer und das wollten wir natürlich mitmachen (hat sich mittlerweile wegen „geht nicht“ wieder zerschlagen, aber mehr dazu später).

So, nun hatten wir da ein Projekt. SpäMi = Spätmittelalter. Der entsetzte Mittelalter-Fantasy-Rumtüddler stellt leider fest, daß nichts, aber auch gar nichts aus der Gewandungskiste zu diesem festgelegten Rahmen passt. Da ich aber mittlerweile in einem anderen Teilbereich meines Lebens recht tief ins Thema Nähen vorgedrungen bin, sollte das passen. Ich habe hier nicht mehr viel gezeigt, denn die Zeit im normalen Alltagswahnsinn zum Nähen abzuknapsen ist das eine. Darüber auch noch zu bloggen ist das andere. Da fehlt’s mir dann meistens an den nötigen Minuten.

Nun bin ich ja der festen Überzeugung, daß alles so sein soll wie es ist und jede Wendung ihren Sinn hat, führte also das geplatzte Angebot zum Lagern mit den Kriegsraben dazu, daß wir und nun endlich (nach Jaaaahhaaaren) mal festlegen konnten, eine Zeit anzupacken und uns an genau diese Darstellung heranzuwagen. Jawoll, das war gut 🙂

Nach viel Lesen und tüfteln, hab ich mittlerweile ganz gut auf dem Schirm, was „man trug“, auch wenn wir uns doch mal von dem Bereich rund um Köln lösen. Grob gesagt haben wir da für Männlein eine schmalere Bruche, darüber eine Schamkapselhose, obenrum den Wams, der an der Hose angenestelt ist (wohl dem, der keinen Durchfall hat 😉 ) und darunter wiederum ein recht schmales Hemd. Über Hemd und Wams gibt’s dann noch eine Schecke und eine Gugel, die gleichzeitig ein Chaperon ist (oder umgekehrt)

Weiblein trugen ein Unterkleid oder mittlerweile auch schon eine Art Unterhemd (da eher ein Unterrock, aber mit Trägern und damit nicht ganz so fies warm für Sommer-Märkte) und darüber die Cotte = Kleid mit engen Ärmeln und engem Oberteil. An Ärmeln und Oberteil (vorn) Schnürung oder Knöpfe, wobei Anfang des 15. Jh eher Knöpfe und später dann vermehrt Schnürungen. Darüber gab es dann ggf. noch das Surcot, ein weiteres Überkleid. Darüber einen Mantel (auch schon mit Ärmeln) und eine Gugel bei Bedarf. Ansonsten für verheiratete Frauen eine Haube.

Wir nähern uns dann auch technisch der Umsetzung mit einem immerhin fertigen Kleid, Hemd und Bruche für den Gatten und einem geklebten und ausgeschnittenen E-Book einer Schamkapselhose. Hier hapert es derzeit noch am passenden Stoff, denn es soll Mi-Parti (= zweifarbig mittig geteilt) sein. Und schließlich muss das der gleiche vernünftigerweise dünne Wollköper in zwei verschiedenen Farben sein. Aber hierzu werden wir morgen nochmal die MiA-Stoffhändler unseres Vertrauens befragen 🙂

Und vom Kleid, das jetzt probehalber erstmal aus günstigem einlagigen Barchent ist, zeige ich morgen nochmal Fotos (wenn ich es nicht vergesse 😉 ) Richtig ist es nämlich so,daß der Oberstoff aus Wolle ist und das ganze dann gefüttert mit Leinen. Aber ich wollte meine Nähkünste ja auch nicht gleich überstrapazieren.

Mehr immer mal wieder an dieser Stelle 🙂 (Falls ich dazu komme, hatte ich erwähnt, daß ich für 4 bis 6 Personen die Gewandung machen „muss“ ? *zur Nähmaschine flitz* 🙂 )

 

Mittelalterkleidung nähen… Die Anfänge :-)

Ja, so begann das eigentlich mit mir und dem Nähen. Wir sind ja von der Spezies der seit Jahren fleißigen Mittelatermarkt-Teilnehmer, genannt auch Reenactment. Und da kommt man dann doch irgendwann über die zweifelsohne hübsche aber doch häufig anzutreffende Leonardo Carbone Einheitskleidung hinaus. Soll ja schließlich individuell sein das ganze. Tja, und dann wären wir beim Selber nähen.

Mehrere Anläufe hat es gebraucht um zur Nähmaschine zu finden – eine gute alte Victoria:

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Die erste Mittelalterhose …nein Bruche, …nein Bruche-ähnliche Hose 😉 für meinen Sohn habe ich per Hand genäht, also ganz per Hand ohne Maschine. Und zwar nicht um möglichst authentisch zu sein, sondern weil ich meinte das mit der Nähmaschine nicht zu schaffen. Ist aber nicht so 🙂 Es folgten Beinlinge für den allerbesten Ehemann, ein Überkleid und Unterkleid für mich und ebenfalls für Töchterchen:

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Und dann gab es die Erkenntnis – hey, das geht gut und das hält zusammen und man kann es anziehen – damit machen wir weiter ! 🙂 Ja und das tue ich jetzt mit dem allergrößten Vergnügen. Mittlerweile wohnt hier noch eine Brother XN2500 – ja, in PINK 😉 (nein, pink macht nicht dumm, Frau Schwarzer 😉 )

Und gerade eben ist noch ein Überkleid aus Baumwolle für Tochterkind fertig geworden. – Gefüttert !! Allerdings war das mit dem Füttern ein ziemlicher Akt, weil ich ja auch notorischer Anleitungs-Verweigerer bin und einfach mal probiere, wird schon passen. Na ja, so ganz hat’s nicht gepasst, Wenn man nah rangeht, sieht man, daß die Stoffkanten teils nicht ganz aufeinanderpassen, und die Seitennähte treffen sich auch nur, wenn man die Brille vor’m Schauen absetzt. Also werde ich nochmal nach einer Wendekleid-Anleitung googlen, das kommt ja dann auf’s selbe raus wie das Füttern und kann auch für „Alltagskleider“ verwendet werden.