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Skulpturenausstellung im Arboretum Riedelbach

Ich hatte ja letztens schon vom Arboretum in Riedelbach berichtet: Goeteanum aus lebender Natur – Arboretum Weilrod Riedelbach

DIese Woche gab es ja dort die Skulpturenausstellung des Idsteiner Bildhauers Peter Seip im Rahmen der Tart-Orte – eine Ausstellungsreihe verschiedener Künstler aus der Umgebung von Idstein, Weilburg, LImburg etc. Das haben wir uns heute also angeschaut.

Umgeben vom tollen Ambiente des Natur-Goetheanums gab es wundervolle bildhauerische Arbeiten zumeist in Marmor zu sehen. Und nicht nur das: Die Kinder (und auch wir Erwachsenen) durften und auch mal an Hammer und Meißel versuchen. Und das ist gar nicht so leicht wie man sich das vorstellt, wenn man schonmal Speckstein bearbeitet hat 😉 Marmor ist richtig hart 🙂 Also wirklich hart und man braucht ganz schön Schmackes um das etwas abzubekommen.

Nichtsdestotrotz habe ich dann zu Hause meinen gut abgelagerten rosa Speckstein mal wieder rausgeholt und angefangen den zu bearbeiten. Das Teil hat richtig Geschichte. Gekauft mit ca. 18 ist er *rechne…rechne* sieben Mal mit mir umgezogen in den letzten knapp 20 Jahren. Nur da ich immer in Mietwohnungen wohnte war es nie so wirklich möglich ihn zu bearbeiten, denn es staubt unglaublich. Aber heute habe ich mal angefangen. Und festgestellt, daß ich besseres Werkzeug brauche. Und dann hab ich mich gefragt, ob man mit dem Häufchen Steinstaub, daß beim Bearbeiten abfiel noch was machen kann. So als Komplettverwertung quasi. Mit Klebstoff versetzen ? Und dann plastisch formen ? Mal schauen. 🙂

Jedenfalls hier mal ein paar Bilder von der Ausstellung un dem Arboretum. Der letzte Beitrag war ja leider ohne Bilder:

 

Farben, Spinnerei und Neptuns Töchter

Uff. Gerade mit der Arbeit fertig. Ich schmeiß hier mal schnell zwei Fotos rein, damit der Blog sich nicht so einsam fühlt und gehe dann gehe ich „Once upon a time“ gucken und spinnen. So. 🙂

Das hier sind Neptuns Töchter, so der Name des Kammzugs. Das ist ein SDD = Spinn dein Ding aus der Facebook-Spinngruppe in der ich bin. SDD heißt: Mehrere Spinnerinnen bekommen den gleichen Kammzug (den gleichen, nicht den selben 😉 ) und verspinnen den dann so, wie sie möchten. Oder wie sie meinen, daß der Kammzug es erfordert. Und dann zeigt man Fotos in der Facebook Gruppe, fachsimpelt ein bißchen und freut sich darüber.

Meiner hier ist von Christina Günther-Fiedler und aus 70% Merinowolle und 30% Soja (also 70% Schurwolle und 3% Viskose). Er spinnt sich butterweich und ich mache mir hier mal seit längerem wieder die Arbeit gaaanz dünn zu spinnen. Das dauert ewig, aber lohnt sich. Ich werde ihn dann vermutlich Navajo zwirnen, weil ich keine Lust habe, das dünne Spaghettizeugs dann nochmal zu wickeln und von innen und außen zu verzwirnen. Na mal sehen, ich halte euch auf dem Laufenden.

So kamen Neptuns Töchter zu mir:

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Und dann hab ich sie ganz brutal gevierteilt, damit die Farbverläufe nicht ganz so lang sind. Denn ich hatte ja vor, ganz dünn zu spinnen.

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Und hier ein Spulenfoto mit schon mehr als 2 Drittel des Kammzugs (der insgesamt 150g wog)

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Und draußen trocknet gerade noch ein bissi buntisch Zeuch:

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Goeteanum aus lebender Natur – Arboretum Weilrod Riedelbach

Und noch etwas tolles gab es dieses Wochenende. Nämlich die Führung durch das Arboretum Weilrod/Riedelbach, hier bei uns auf dem Hügel. 🙂 Ich muss ja gestehen, daß ich keine Ahnung hatte, was sich hinter dem Zaun verbirgt. Pflanzen halt. Ein Arboretum ist ja eigentlich so im gebräuchlichen Sinne eine Anpflanzung verschiedener Pflanzen aus verschiedenen Teilen der Welt. Und sowas mag ich ja eigentlich nicht besonders.

Sowas führt nämlich unter Umständen dazu, daß sich Pflanzen verbreiten, die hier gar nicht heimisch sind und dann viele andere Pflanzen verdrängen. So ist es ja z.B. mit dem Drüsigen Springkraut passiert, das hierzulande mittlerweile dermaßen dominiert, daß viele andere Pflanzen, gerade in Auenlandschaften, davon ernsthaft bedroht sind. Es handelt sich um eine ehemalige Zierpflanze aus Indien, die in Gärten kultiviert wurde und sich dann verselbständigt hat: http://de.wikipedia.org/wiki/Dr%C3%BCsiges_Springkraut

Aber ich schweife ab. Das Arboretum in Riedelbach ist quasi der Nachbau des Steinerschen Goeteanums. Und zwar der ersten Version, die um 1913-15 aus Holz erbaut wurde und leider der Brandstiftung zum Opfer fiel. Das Goetheanum ist ein Bauwerk der Anthroposophischen Gesellschaft und spiegelt in vielen Teilen wichtige Punkte der anthroposophischen Weltsicht wider.

So befinden/befanden sich im Gebäude zwei Räume, ein geistiger Raum und ein äußerer (weltlicher) Raum, die eine Überschneidungsfläche haben. Im Mittelpunkt dieser Überschneidungsfläche befindet sich das Rednerpult. Um den inneren Kreis herum befinden sich Säulen aus verschiedenen Kombinationen aus sieben Hölzern. Die Kapitelle dieser Säulen spiegeln die Entwicklung des Menschen nach der anthroposophischen Lehre wider. Hier im Arboretum Riedelbach sind die Kapitelle durch bildhauerische Werke von Peter Seip ersetzt, welche im äußeren Kreis stehen.

Unheimlich toll und spannend und eigentlich noch viel besser, als das Ur-Geotheanum, das ja aus _toter_ Natur gefertigt war und nicht aus _lebender_ Natur, die noch weiter wachsen darf.

Da ich über das Nachlesen zum Thema Waldorf-Pädagogik leider bisher nie hinauskam, werde ich mich in das Thema nun mal weiter einlesen. Ich finde Teile davon sehr interessant und stimmig und bin gespannt, was da noch so ist.

Der Bildhauer Peter Seip wird im Zeitraum vom 30./31. Mai bis 9.Juni sein Atelier ins Arboretum Riedelbach verlegen, Und da werden wir natürlich hingehen, nicht nur weil die Kinder gerne mal selbst Stein bearbeiten wollen, sondern auch um den freundlichen Bildhauer noch weiter über die anthroposophische Weltsicht auszuquetschen. Des Pudels Kern und so… 🙂

Frühlingsfest Krebsmühle mit Ursellis Historica

Heute war das Frühlingsfest der Krebsmühle in Oberusel. Und das Vereinsgelände unseres Mittelaltervereins Ursellis Historica liegt ja direkt hinter der Krebsmühle. So kam es, daß gleichzeitig ein Vereinslager stattfand. Auf dem Gelände gibt es mittlerweile ein keltisches Grubenhaus und eine tolle Schmiede nach historischem Vorbild (in Fachwerkbau mit Lehmgefachen). Alles wurde komplett von den Vereinsmitgliedern selbst errichtet und ist ein wunderbares Beispiel für das Zusammenspiel einer Gruppe mit gemeinsamen Interessen. Es ist einfach grandios, was da innerhalb kürzester Zeit entstanden ist !

Noch zu unserem Arbeitseinsatz am 5.+6. April standen gerade mal die Grundpfeiler der Schmiede und der Dachstuhl des Grubenhauses ! Und heute ist es Grubenhaus komplett fertig und in der Schmiede wurde heute bereits geschmiedet !

Außerdem gab es heute auf dem Vereinsgelände die Möglichkeit, sich im Bogenschießen zu erproben, es wurde Stockbrot gebacken, und mit Pflanzen Wolle gefärbt. Es gab Vorführungen im Schaukampf, einerseits von den Wikingern Christian & Christian, was ich persönlich von der Namensonstellation her total witzig finde und andererseits im Sinne der Fechtbücher von Talhoffer und Lichtenauer durch meinen Mann und mich. Und ich habe heute das erste Mal öffentlich gesponnen und bin total begeistert wieviel positive Resonanz es gab. Besonders die Kinder waren ganz toll und sehr interessiert ! Ok, meine eigenen nicht so, die kennen das ja aber auch schon, daß die Mama spinnt und haben das bereits im Kindergarten entsprechend verwurstet („Meine Mama spinnt“ ist der running gag schlechthin 🙂 )

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Aber ich fand es schön, daß so viele Leute Fragen gestellt haben und es spannend fanden, wie ein Faden aus einem Kammzug entsteht, wie verzwirnt wird etc. Die Kinder waren klasse und haben zum Teil mitentschieden, wann ich auf die jeweils andere Wollfarbe wechsle. (ich habe naturweiße und lachsfarbene Wolle im Wechsel versponnen.) Sie haben gefragt, warum das Spinnrad sich dreht und warum der Faden nicht reißt und noch vieles mehr. Zeitweise habe ich dann auch auf die Handspindel gewechselt und zwei Mädchen wollten (und durften) sich sogar an der Handspindel probieren.

Es gab auch ganz viele andere Angebote. So hat z.B. das Team unserer Lagerküche angeboten, Stockbrot am Lagerfeuer zu backen. Es wurde erklärt, wie Eisen geschmiedet wird ( bzw. wurde) und die Gauklerfamilie gab den Kindern die Möglichkeit, zu lernen, wie ein Diablo funktioniert und was für tolle Kunststücke damit möglich sind. 

Ich finde es wunderbar, so einem tollen, lebendigen Verein anzugehören mit vielen netten Menschen, vielfältigen Ideen und einem Zusammenhalt, den man selten irgendwo findet.

Übrigens gibt es uns auch nochmal in „größer“ bei der Oberurseler Feyerey 2014, die vom Verein Ursellis Historica veranstaltet wird. Und es wird auch im September noch ein Vereinslager auf dem Vereinsgelände geben, ähnlich wie dieses heute. Ihr dürft gepannt sein .Und alle, die hier aus der näheren Umgebung kommen, sind herzlich eingeladen !

Meine Nachbarin, die lachende Ziege

Ok, die Überschrift klingt jetzt richtig fies, gell ? Ist sie aber ganz und gar nicht.

Ich möchte euch gerne mal unsere Nachbarin Carolien Straver vorstellen. Ich kam darauf, weil wir uns beim Sammeln meiner Löwenzahnblüten für die Färbung getroffen haben und wir dann (mal wieder) so ins Gespräch kamen über das Landleben, die Natur und Wolle und Schafe 🙂 Jaaa, mein Thema ! 🙂 Und das hat mich so gefreut, daß ich hier mal ein bißchen dazu schreiben möchte.

Es ist nämlich so, daß Carolien Schafe und Ziegen hält. So richtig mitten in der Natur, hier bei uns im Taunus 😉 Nicht in engen Stallungen mit winzigen Kabinen etc. Und nicht nur das – sie hat einen wunderbaren Onlineshop rund um das Thema Landleben. Dort verkauft sie in einem sehr gut abgestimmten Sortiment allerlei schöne und nützliche Dinge, die man so kaum noch findet. Sind wir doch mal ehrlich – Qualität muss man heutzutage suchen und althergebrachte Dinge wie Weidenkörbe und Emaiileschüsseln findet man höchstens noch angeschlagen und in schlechtem gebrauchten Zustand bei Ebay.

Diesem Thema hat sich die lachende Ziege, so der Name das Shops, gewidmet. Hier findet man eine große Auswahl an Emaille-Geschirr, an wunderschönen Körben in den verschiedensten Formen: Einkaufskörbe, Kiepen, Körbe zum Lagern von verschiedenen Dingen, die einfach schön und hochwertig sind !

Hier mal ein paar Fotos:

Wenn ihr jetzt auch Lust bekommen habt, euch das Sortiment der lachenden Ziege mal näher anzuschauen, HIER die Shop-Adresse und ein Ladengeschäft in Weilrod gibt es ebenfalls.

Viel Spaß beim Stöbern !

PS: Ganz toll finde ich ja diese handgehäkelte Gardine hier:


 

Ich liebe Ostern :-)

Frühling ist toll und ganz symbolisch ist dafür Ostern. So generell geschichtlich natürlich auch. Denn eigentlich liegen die Wurzeln ja sehr viel früher als bei einem gewissen Herrn dessen Geburt als Beginn der Zeitrechnung benannt wird 😉 Und eigentlich heißt das ganze ja auch Ostara. Und der Frühling hat ganz viel mit Fruchtbarkeit zu tun und die Eier sind quasi DAS Fruchtbarkeitssymbol schlechthin. Daher : Eier gibt’s an Ostara und die sind gemeinhin schön geschmückt.

Also los geht’s:

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Ausgediente Nylon-Strumpfhosen und Blättchen aus dem Garten (Waldmeister, Klee, Haselnuss- und Brombeerblätter) plus eine gute Portion Blauholz ergibt das hier:

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Die Kinder haben auf die gekaufte Farbpalette bestanden und haben diese Eier gestaltet (mit Ostereier-Malstiften verziert)

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Nun haben wir 20 Eier für 6 Personen. Ich werde morgen nochmal weiße Eier kaufen um dann nochmal diese Version auszuprobieren: http://farbenfaden.blogspot.de/2010/04/hessische-blauholzeier.html Das hatte ich eigentlich schon länger vor, nur war mir das leider zwischenzeitlich entfallen und es fiel mir beim Färben wieder ein. Jetzt heißt es viiiele Eier essen 🙂

 

Solarfärbung und Corespun

Ich habe ja hier schon meine angesetzten Gläser zur Solarfärbung gezeigt. Quasi Überraschungseier für Woll-Tanten. Ich färbe gerade ganz gediegen mit Annattosamen (Orleanssaat) jede Menge wunderbar Orange Wolle. Und Kammzüge zum Spinnen mit Säurefarben in ganz bunt 🙂

Und da brauchte ich mal ein bißchen Abwechslung. Also habe ich heute mal die Gläser geöffnet.

Hier sind alle 4 Stränge mit den zugehörigen Gläsern zu sehen:20140412_171624

Angesetzt am 18.3, mit Brennessel, Malve und Salbei:20140412_171633

Angesetzt am 9.3. mit Krapp, Blauholz, Heidekraut und Orleanssaat: 20140412_171639

18.3. mit Blauholz, Malve, Brombeerblättern und Frauenmantel:20140412_171648

18.3. mit Krapp, Brombeerblättern und Malve:

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Das erste Glas hatte also 35 Tage Zeit, die anderen drei 28 Tage.

Ich muss ja sagen, daß ich nur so mäßig begeistert bin. Die Stränge sind ganz schön fleckig geworden und ich mag ja Farbverläufe, aber dann doch lieber halbwegs geordnete 🙂 Ich denke aber, daß man das dann erst im fertigen Strickstück beurteilen kann. Außerdem waren die Gläser wohl ein bißchen klein und dadurch hatte die Wolle auch einfach ein bißchen zu wenig Platz zum Schwimmen.

Den ganz linken Strang mit Brennessel, Malve und Krapp habe ich noch in den 4. Zug der Orleanssaat-Färbung geschmissen. Mal sehen, was da noch zu retten ist. Die anderen drei sind ok. DIe dürfen so bleiben und erstmal trocknen.

Und dann habe ich heute abend noch das hier fabriziert. Nennt sich Corespun und dabei wird die Faser um einen Faden herumgelegt und verdreht. Das macht Spaß und ist schön wild. Mag ich 🙂

Grundlage ist ein Konengarn und ein von mir gefärbter Kammzug aus South American Schurwolle.

(Foto mit miesem Lampenlicht, aber ich zeig’s jetzt trotzdem mal so.)

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