Archiv für den Monat: November 2014

Der richtige Zeitpunkt zum Sterben…

…nein, nicht ich – zu früh gefreut 😉

Es geht um Lilly, unsere Findelkind-Katze. Total abgemagert und schwanger kam sie am 31.3.2013 zu uns. Wir haben sie aufgepäppelt und sie hatte eine glückliche Zeit. Sie war dann auch Freigänger, weil sie es einfach wollte. – Ich hatte ja zuerst Bedenken, aber sie kam immer wieder rein, wenn man sie rief.

Nun ja. Am Sonntag, dem 2.11. – direkt nach der Ursellis Historica Weihnachtsfeier, bei der wir einen sehr fröhlichen Abend verbracht haben – ging es ihr schlecht. Sie lag viel und sah sehr matt und einfach ungesund aus. Ich hatte erst auf eine Verstopfung getippt und den Montag nochmal abgewartet. Aber da es nicht besser wurde, fuhr ich dann doch in die Tierklinik.

Was dann folgte, waren sieben Tierarzt-Besuche mit einer Odyssee aus Behandlung und Diagnostik. Zuerst glaubten wir an einen simplen Infekt und es gab Breitband-Antibiotiokum. Das wirkte allerdings nicht. Kurz gesagt – wir sind jetzt bei FIP – DER FIP, die tödlich ist. Unausweichlich und absolut endlich.

Da ich ganz viel herumgelesen habe und an allen Ecken und Enden verschiedene Informationen fand… UND der Meinung bin, daß unsere Tierklinik in Neu-Anspach absolut richtig und präzise die notwendige Diagnostik angewendet hat, schreibe ich den Verlauf hier mal in Kurzform auf. Vielleicht hilft es jemandem, der ebenfalls rätselt und sucht und sich die Finger wund googelt.

Katze Lilly, weiblich
Fundkatze (gefunden 31.3.2013) Birma-ähnlich, Alter schätzungsweise 2,5 bis 3,5 Jahre (wurde anhand der Zähne etc. von TA geschätzt)
Futter: wenig TroFu Porta sensitive, Nassfutter CFF, Mac, Cosma, Schlesir

Nach Fund damals u.A. großes Blutbid mit Ergebnis Corona Titer 1:400

Anfangsbefund: Katze sehr matt, müde, sitzt nur herum, verkriecht sich, frisst nicht.
Tierarzt: Fieber um die 40+
Antibiotikum Breitband (welches weiß ich leider nicht) + Novalgin – Verdacht auf Infekt
keine Besserung. Tag 2 genauso.
dann: zweites AB (Baytril) dazu plus Metacam
Weiterhin keine Besserung.
Daher: Geriatrisches Blutbild
Ultraschall: Flüssigkeit im Bauch (=gelb, relativ klar)
Punktatuntersuchung per Rivalta Probe = positiv.
Somit um die 80-90% FIP Verdacht. Allerdings ist die Rivalta Probe auch bei einigen bakteriellen Sachen positiv.
Eiweißverschiebung nicht wirklich aussagekräftig bzw. vorhanden (Faktor 0,6)
Sonstige Faktoren sprechen nicht wirklich für FIP

Daher: Punktatuntersuchung, nochmal Blutuntersuchung, Antibiogramm, bakteriologische Untersuchung.
Und: Hexadreson = Cortison (am Samstag letzer Woche) dazu.

Ergebnis: Katze wird etwas munterer, frisst wieder (nicht in gewohnter Menge, aber akzeptabel), wird wieder wacher. Aber klar, das macht das Cortison halt.

Montag wieder das selbe, da die Ergebnisse noch nicht da waren.
Katze wieder matter, liegt viel, aber verkriecht sich nicht mehr. Keine Anämie, keine Gelbsucht, aber eben die Flüssigkeit im Bauch, wenig Appetit und sehr matt / müde.

Punktatuntersuchung Ergebnis: Staphylokokken in Punktat gefunden. Antibiotikum speziell gegen Staphylokokken + Cortison

Soweit so schlecht. Die Staphylokokken sind ein Nebenschauplatz. Wer weiß ob die wirlich in der Flüssigkeit waren oder irgendwie sonst in die Probe gekommen sind. Staphylokokken sind ein stinknormaler Hautkeim, der da halt so rumdümpelt. Ich hatte ja gehofft, etwas „besseres“ bakterielles zu finden, da die Rivalta Probe wohl auch bei bakteriellen Sachen manchmal positiv ist, aber vorwiegend eben leider bei FIP.

Der Stand ist nun der, daß wir entschieden haben, die Cortison-Therapie abzubrechen. Denn am körperlichen Zustand ändert sie nichts. Was das Cortison aber tut ist mehr als „schräg“. Es putscht sie auf und macht sie auf eine völlig unnatürliche Art lebendig. Nur – da das am körperlichen Zustand ja nichts ändert, hat es eine wirklich zombieähnliche Anmutung. Ganz furchtbar. Das finden wir nicht gut. Es hat etwas von einer Marionette oder… ich weiß nicht.

Nun wird sie immer weniger. Und wir entscheiden täglich neu, wann DER Zeitpunkt da ist. Sollte man eine noch recht wache, aber sehr schwache Katze schon einschläfern lassen ? Oder noch warten ? Oder ganz von alleine sterben lassen ? Das wäre eigentlich meine bevorzugte Vorgehensweise.

Ich denke nach über Sterbehilfe – darüber warum es verboten ist, Menschen beim Sterben zu helfen. – Und warum es bei Tieren tierschutzrechtlich und -ideologisch verpönt ist, die Tiere selbst sterben zu lassen…

Hat man ein Recht selbst zu sterben ? Und wie sieht es aus, wenn man sterben will, aber das nicht verbal äußern kann ?

Lilly – unsere wunderschöne Miez:

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Nachtrag 29.11.:

Manchmal kennt man die Antwort schon, während man die Frage stellt. Ich habe Lilly letzte Nacht zur Regenbogenbrücke begleitet. Sie ist relativ ruhig eingeschlafen und musste nur ganz zum Schluss ganz kurz kämpfen.

R.I.P. meine kleine Glückskatze.

von Stulpen und Röcken…

Strickfieber. 😉 Na ja, schließlich muss man ja auch einiges von dem Garn, das man gesponnen und gefärbt hat verarbeiten. Muss man nicht – aber will man 🙂

Daher hier ein paar Impressionen und dann wieder an die Stricknadeln:

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Das da sind allesamt Lanesplitter (Röcke mit ebendiesem Namen) Nach dieser Anleitung: http://www.knitty.com/ISSUEff10/PATTlanesplitter.php

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Die Dinger machen wirklich süchtig. Daher auch schon einer fertig, einer in Arbeit und noch einer in Kleinmädchengröße – noch ohne Bund. Ok, da war schon einer dran, aber leider zu eng. Daher das ganze nochmal. Locker abketten heißt eben wirklich  l o c k e r  abketten 😉

Der blau-braune ist übrigens komplett aus Alfred und Kiara. Soll heißen braunes Milchschaf namens Kiara – selbst gewaschen, gezupft, kardiert, gesponnen und verstrickt zusammen mit Alfred – weißes Texel. Gleicher Arbeitsgang nur noch zusätzlich selbst mit Indigo gefärbt. Find ich ja richtig cool 🙂