Archiv für den Monat: Juli 2014

Färben mit Alkanna – Experiment mit Ölauszug

Ich habe ein wenig an Alkanna herumüberlegt. Bei Dorothea Fischer steht, daß der _rote_ Farbstoff öl-löslich ist. Ich würde gern mal versuchen, das Rot auf die Fasern zu bekommen.

Daher habe ich 3 Gläser angesetzt: jeweils 2 Esslöffel Alkanna. Und dann von links nach rechts:

  • Sonnenblumenöl,
  • Sonnenblumenöl plus einen Esslöffel Geschirrspülmittel,
  • Milch 3,5% Fett.

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Das Foto ist ca. 10 Minuten nach dem Ansetzen gemacht. Ich habe die Gläser nun mal an einen potentiell sonnigen Platz gestellt.
Ich dachte mir, man könnte dann die Wurzelteile abseihen und dem Öl einen Emulgator zugeben. Beim Spüli-Öl Gemisch ist er ja schon drin und bei der Milch im Prinzip auch. Und das Fett müßte man dann wiederum mit Spüli oder auch Soda wieder aus der Wolle / dem Stoff bekommen. So der Plan, mal sehen ob das klappt.

Hellblau, gelb, rostrot, grün und ein Unfall :-)

Hier auch mal wieder ein paar Sachen von mir 🙂 Ich komme ja momentan nicht so wirklich an die Indigoküpe, die ich aber mittlerweile gut im Griff habe. Ich hatte sie nochmal vergrößert und in einen 25 Liter Eimer umgefüllt. Sie war ja anfangs zu stark geraten und jetzt passt es. Nun, heute habe ich mal wieder blau gemacht. Scheint irgendwie nur Sonntags zu klappen…

Ich habe den zweiten Zug einer Zwiebelschalenfärbung überfärbt und noch ein paar Stränge hellblau:

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Das gelbe ist der erste Zug einer Zwiebelschalenfärbung. Und das rostrote ist das Ergebnis der Fermentationsfärbung mit Krapp (plus ein Rest Faulbaumrinde und Sandelholz). Das ganze Stand zusammen mit Weizenkleie um die Bakterien zu füttern für knapp 4 Wochen in der Sonne und wurde einmal am Tag durchgerührt.

Das hellblau ist auf gebeizter Wolle entstanden. Ich dachte ich hätte noch Vorrat, was dann aber doch nicht so war. Und dann habe ich Stränge aus der Kaltbeize genommen, gespült nochmal in klarem Wasser ziehen lassen und dann ab in die Küpe. Und ich finde, daß der Ton anders wurde als ohne die Beize. Selbe Wolle vorletzte Woche einfach nur gewaschen und in Wasser eingelegt. Interesant. Da muss ich mal schauen, ob sich das reproduzieren lässt. Ich finde, daß das blau wärmer und weniger graustichig hervorkam als auf derselben Wolle ohne Beize…

Die Zwiebel-Indigo- Wolle ist etwas fleckig, da ich die Zwiebelfärbung in Kontaktfärbung gemacht habe. Ich mag Kontaktfärbungen und langsame Färbungen: Färbematerial und Garn in einen Eimer und warten. Ich schwenke gerade vom Auskochen auf die langsame Art und finde das spannend und sanfter für die Wolle und zudem ökologischer.

Und dann gab es noch ein paar Spinnereien:

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Links dreifach gezwirnt aus einem dickeren Faden braunes Milchschaf und zwei dünnen Fäden Kerry Hill. Beides aus Deutschland und im Vlies direkt vom Schaf zu mir gekommen. Gewaschen, kardiert und gesponnen von mir 🙂 Ich nähere mich dem „vom Schaf zum Pulli“ ganz gewaltig 🙂

Daneben mal zum Testen ein Space Kammzug Merinowolle (das sind ganz dünne Kammzüge, die man recht schnell durchs Spinnrad jagen kann. Und daneben mal ein 4-fach Zwirn aus Kerry Hill zum Testen.

Und dann hatte ich mit dem armen Kerry Hill auch noch einen kleinen Unfall:

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Das ist das Ergebnis von: Letztes Fadenstück beim Spinnen einfach auf die Spule flutschen lassen und dann nicht mehr wiederfinden. Beim besten Willen nicht. Der beste aller Ehemänner hat es auch versucht und nicht gefunden. Somit musste ich leider die Schere nehmen. Aber das wird nicht weggeworfen. Es wären super Puppenhaare oder die Füllung einer Wulsthaube oder mal filzen… mal sehen 🙂 Kommt in die „wird noch was draus – Kiste 🙂 )

 

Heute habe ich Blau gemacht :-)

Indigofärbung die erste 🙂

Ich habe vorgestern eine Fermentationsküpe in einem Futtereimer angesetzt. Mit Krapp, Weizenkleie, Soda und 30g Indigo. Ich habe dafür Regenwasser genommen, daher denke ich, daß da eigentlich schon ein paar nette Bakterien drin sein müssten. Aber bisher fermentiert da nix. Aber ist ja erst 2 Tage alt. Dafür blubbert der Nachbartopf mit Krapp, Sandelholz und Faulbaumrinde schon fröhlich vor sich hin. Da nimmt sich die Küpe dann hoffentlich ein Beispiel dran.

Und dann habe ich heute mit den Indigokristallen und Soda eine Hydrosulfit Küpe angesetzt. Hey, das war ja cool. Ruck zuck war die Blume und der metallische Schimmer drauf. Dann hab ich noch ein bißchen im Garten rumgewurschtelt und dann losgefärbt.

Dafür genommen habe ich verschiedene Garne, jeweils 2 Stränge:

  • 4-fach Sockenwolle mit Polytierchen (25%)
  • 6-fach Sockenwolle aus reiner Schurwolle
  • 4-fach Schurwolle 300m LL
  • 4-fach Schurwolle 200m LL
  • 4-fach Schurwolle 200m LL aus einer zu hell geratenen Kamillenfärbung, einer davon mit Eisenwasser weiterentwickelt
  • 1 Strang selbst gesponnene naturfarbene Texel
  • 1 Strang selbstgesponnene Texel aus der Faulbaumrinden-Färbung (kräftig senfgelb-ocker) da habe ich leider jetzt kein Vorher-Foto gemacht

Stoffe:

  • naturbraunes Leinen
  • Barchent (Kett-/Schussfaden Leinen bzw. Baumwolle)
  • mercerisierte Baumwolle, relativ dünn
  • Stofftaschentücher aus Baumwolle

Die Hände wurden bei mir Handschuhverweigerer auch schön blau, aber beim zweiten Tauchgang hab ich dann doch Handschuhe hergenommen, war doch schon sehr, sehr blau 🙂

Die Küpe ist mit ca. 12 bis 13 Liter Wasser angesetzt (der Topf hat 15 Liter Fassungsvermögen). Allerdings jetzt mit den ganzen 37g Indigokristallen, die im Tütchen waren. Ich muss sagen, daß ich das eigentlich noch aufteilen wollte, aber dann war ich kurz abgelenkt und schwups waren die ganzen Kristalle im Becher. Na ja, war wohl ein bißchen viel glaube ich. Jedenfalls war der erste Tauchgang schon sehr dunkelblau.

Ich habe den ersten Tauchgang gemacht, dann gespült und dann waren wir erstmal 2 Stunden auf dem Spielplatz. Ich denke da war dann alles gut durchoxidiert. Ich habe dann nochmal gespült, weil alles schon ziemlich trocken war.

Der zweite Tauchgang hat dann aber fast nichts an der Farbe geändert, finde ich. Vermutlich weil beim ersten schon sehr viel Indigo drin war ?

Das eine Taschentuch habe ich geknotet. Das sieht ganz witzig aus. Und das andere am Ende, habe ich gedreht und zusammengelegt wie einen Strang Wolle. Das gab ein schönes Wellenmuster. Das Tuch war jetzt auch nur einmal drin ganz am Ende. Es ist schon sehr hellblau.

Das war eine sehr spannende Sache 🙂 Nun trocknen alle Stränge und Stoffstücke nachdem ich sie nochmal mit einem Schuss Essig im Wasser durchgespült habe. Und dann werde ich sie nochmal mit Wollwaschmittel durchwaschen und gründlich spülen und dann mal auf Licht- und Reibechtheit testen.

Ach so: Die Sockenwolle mit dem Polyesteranteil ist interessanterweise am dunkelsten geworden. Diese Wolle nimmt aber auch andere Farben sehr gut auf, also Säurefarben und Pflanzenfarben. Die 6-fach Wolle ist eher graublau geworden, den Farbton mag ich gern. Die hellen Kamillenfärbungen konnte ich nachher kaum noch auseinanderhalten. Der grüne Strang unterscheidet sich kaum vom gelben. Und insgesamt ist es hmmm… taubenblau würde ich sagen. Schön finde ich die Überfärbung der kräftigen Faulbaumrinden-Färbung. Das ist ein schönes warmes moosgrün. Da kommt die Farbe auf dem Foto mit den Wollhäufchen am besten hin. Auf den anderen Bildern ist die Farbe verfälscht. Die Flecken auf den Stoffstücken sind nass. Die Färbung an sich ist relativ gleichmäßig geworden. Wobei die Teile die mit dem Schaum auf der Küpe in Berührung kamen ein wenig fleckig sind. Und das Tuch, was ich geknotet hatte, hat ein paar einzelne blaue Punkte. Woher die kommen ist mir nicht ganz klar. Insgesamt hat sich die Farbaufnahme bei den Wollsträngen genauso gestaltet wie bei den Säurefarben und Pflanzenfarben. Die 300m Lauflänge Schurwolle wird immer eher etwas matter. Die Poly-SoWo kommt immer recht leuchtend raus und die 6-fach SoWo ist etwas dazwischen vom Farbton  der Farbaufnahme.

Im Nachhinein betrachtet hätte ich eigentlich drei Stränge je Garnsorte nehmen müssen um den einen nur einmal zu tauchen. Da fehlt mir jetzt der direkte Vergleich zwischen erstem und zweitem Zug. Zwei sind es deswegen, weil ich dann einen jeweils mal für nen Tag in die pralle Sonne legen will und dann mit dem anderen vergleichen. Das mache ich bei den anderen Pflanzenfärbungen immer (wenn ich eine Pflanze das erste Mal nutze) und das ist manchmal ganz überraschend.